stephen melillo - was kung-fu und komposition verbindet

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 2/2005
  • Seite 10-11

»Habet Virtus Fine Coronam« – schon die Startseite von Stephen Melillos Homepage (www.stormworld.com) mutet ausgesprochen philosophisch an. Der lateinische Wahlspruch des Komponisten (aus dessen Stück »David«) bedeutet etwa »Am Ende trägt die Tugend die Krone« oder ist freier mit »Ehrlich währt am längsten« zu übersetzen. »Das ist das, woran ich glaube«, sagt Melillo.

Ohne dem US-Amerikaner zu nahe treten zu wollen (oder anderen seiner Zunft) – er sieht so auf den ersten Blick ganz und gar nicht aus wie ein Komponist. Gut, die Diskussion, wie ein Komponist aussieht, muss an anderer Stelle geführt werden. Klischees sind auf Stephen Melillo aber definitiv nicht anzuwenden. Nicht nur, dass man dem 47-Jährigen sein Alter nicht ansieht. Er ist vor allem ein Schrank von einem Mann. Stephen Melillo wirkt nach außen unglaublich ausgeglichen und gelassen. Er bewegt sich und redet dermaßen ruhig, ja fast schon sanft, dass man meint, die Statur und die Art passten nicht zueinander. Im Gespräch stellt sich aber dann doch relativ schnell heraus, dass die Erscheinung Melillos in sich mehr als stimmig ist. Das Geheimnis? Der in Port Chester/New York geborene Mann macht Musik – und Kung-Fu.

 

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