Spektakulär! - "Moses und Ramses" von Satoshi Yagisawa

Satoshi Yagisawa schrieb diese Komposition im Auftrag des Matsudo Citizen Wind Orchestra, einem zivilen Blasorchester, das man sich wie eine amerikanische Community Band – oder eine deutsche Stadtkapelle – vorstellen kann. Die Uraufführung im Juli 2009 leitete Kenichiro Hasunuma.

Wie viele andere Werke Yagisawas ist auch »Moses and Ramses« sehr spektakulär gestaltet. Der Titel lässt einen sofort an die alttestamentarische Geschichte vom Auszug aus Ägypten denken. Der Komponist bezieht sich allerdings dezidiert auf den 1956 entstandenen Film »Die zehn Gebote« von Cecil B. de Mille, der bis heute als eine der opulentesten Kino-Versionen einer biblischen Geschichte gilt. »Ich habe den Film zum ersten Mal gesehen, als ich noch in der Grundschule war«, so der Komponist. Nach Erhalt des Auftrags gehörte es zu seinen wichtigsten Aufgaben, sich den Film erneut anzuschauen. »Mein erster Besuch lag damals schon zu lange zurück und meine Imagination musste angeregt werden.«

Biblische Themen sind in Japan ansonsten nicht besonders verbreitet. Nach Auskunft Yagisawas findet Bibel-Unterricht nur in katholischen Schulen statt. »Auch ich habe in der Schule nichts über die Bibel gelernt«, so der Komponist. Das Buch sei für ihn jedoch eines der wichtigsten Quellen zum Verständnis der westlichen Kultur. »Es hat mich immer interessiert.«

Da die Instrumentierung der meisten japanischen Blasorchesterwerke »westlichen« (bzw. amerikanischen) Traditionen folgt, erstaunt beim Blick in die Partitur die Verwendung eines solistischen Flügelhorns. Yagisawa setzt das Instrument ganz gezielt ein. »Der Klang des Flügelhorns verleiht meiner Meinung nach den Holzbläsern mehr Farbe. Außerdem kann es den Klang der Hörner unterstützen.«

  • 25.03.2015
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 4/2015
  • Seite 68-70

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