selbstbewusstsein à la française - das pariser polizeimusikkorps vertraut auf die nation

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Angela Häusler
  • Ausgabe: 1/2006
  • Seite 12-14

Sie konnten bis jetzt leben, ohne Paris gesehen zu haben?« Frei nach Alexandre Dumas könnte man auch fragen: Konnten Sie bis jetzt leben, ohne die »Musique des Gardiens de la Paix« je gehört zu haben? Kaum zu glauben. Denn das Aushängeschild der Pariser Polizeipräfektur zählt zu den Top-Orchestern der französischen Blasmusikszene. Wie so vieles, worauf Frankreich besonders stolz sein darf, erblickten auch die Musikverbände der Grande Nation durch den Geburtskanal der Französischen Revolution das Licht der Welt. Konsequent jagt Dirigent Philippe Ferro mit seinem Orchester nicht der aktuellen angelsächsischen Brassbewegung hinterher, sondern geht seinen eigenen Weg – einen französischen Sonderweg.

Wer Frankreichs Metropole an der Seine etwas über orchestrale Bläsermusik erzählen will, der leistet sich nun wirklich einen Bärendienst. »Emporter des femmes à Paris« würde der Franzose sagen, »Frauen nach Paris tragen« – was in etwa genauso unnötig wäre. Denn das Pariser Polizeimusikkorps ist eine Institution, dessen Anfänge bereits im Gesetzbuch Napoleon Bonapartes dokumentiert sind. »Oh, là, là!« kann man zu dieser traditionsreichen Geschichte nur sagen.

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