Schwerpunktthema: Von Autopilot und Technik – Richard DeRosa über Unterschiede des Dirigats

Im Herbst des vergangenen ­Jahres fand im Funkhaus des WDR in Köln ein bemerkenswertes Konzert statt. Mit »Europhonia« begab sich die WDR Big Band gemeinsam mit dem WDR Funkhausorchester auf eine musikalische Reise durch Europa.

Der englische Arrangeur Steve Gray (1944 bis 2008) hatte dafür europäische Volkslieder und Werke prägender europäischer Komponisten bearbeitet. Er spannte dabei in seinen Orchesterbearbeitungen das Tableau musikalischer Formen weit, denn im konzertanten Miteinander entfalten zwei Klangkörper, Bigband und Sinfonieorchester, dazu die Solisten der beiden Orchester, ihr musikalisches Potenzial. Abwechslung und akustische Aha-Erlebnisse sind bei diesem Programm gewollt und deshalb nicht auszuschließen. Die musikalische Leitung hatte der neue Chefdirigent der WDR Big Band, Richard DeRosa.

Wir erwischen Rich DeRosa in seinem Kölner Büro des WDR in einer Probenpause. Wir wollten von ihm wissen, welche Unterschiede es zwischen dem Dirigat einer Bigband und dem Dirigat eines Sinfonieorchesters gibt. Und wie man es zudem schafft, beide gleichzeitig zu lenken und zu führen. Zunächst bestätigt der 59-jährige Dirigent, dass es definitiv etwas anderes sei, eine Bigband oder ein Orchester zu dirigieren. Allerdings sei »das Dirigat einer Bigband eine Art ›Hybride‹ zwischen dem traditionellen Orchesterdirigat und dem einer Jazzband«. Eine Jazzband leite man weniger »traditionell. Man kann das so ein klein bisschen mit dem Autopiloten vergleichen. Der Dirigent trägt die musikalische Verantwortung. Er ist zwar da, aber spielt eine nicht so große offensichtliche Rolle.«

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Der Dirigent – Von Partitur und Sitzordnung":

  • 22.04.2015
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 5/2015
  • Seite 34-35

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