Schwerpunktthema: Unter Druck geraten - Was sind Nervenengpasssyndrome?

Wenn Nerven im wahrsten Sinne des Wortes unter Druck geraten, also mechanisch gereizt werden, kann das ihre Funktion stören. Das bedeutet, sie leiten die vom Gehirn oder Rückenmark gesandten Informationen nicht mehr an die Muskulatur oder Haut in der Peripherie bzw. umgekehrt die Informationen aus der Peripherie nicht mehr an das zentrale Nervensystem weiter. Vor allem sind die peripheren Nerven im Bereich der Arme betroffen. Diese können irgendwo in ihrem Verlauf eingeengt werden. Physiologischerweise durchlaufen die Nerven schon verschiedene vorgegebene anatomische Engstellen, die prädestiniert dafür sind, dass durch eine weitere Verengung die Nervenleitung gestört werden kann.

Ursachen

Ursächlich für eine Nervenkompression können spezifische Instrumentaltechniken sein, die eine gewisse muskuläre Anspannung oder extreme Gelenkstellungen erfordern, ebenso wie besondere Belastungen durch eine ungünstige Ergonomie der Musikinstrumente.

Es gibt im Verlauf jedes Nervs verschiedene anatomisch bedingte Engstellen, an denen bei kleinsten Veränderungen dann schon Druck auf den Nerv ausgeübt wird. Der erhöhte Druck kann einerseits durch das umgebende Gewebe zum Beispiel aufgrund von Entzündungen und Schwellungen von Sehnen, Narben, angespannter oder übermäßig entwickelter Muskulatur oder auch durch extreme Gelenkstellungen hervorgerufen werden. Andererseits kann eine mechanische Kompression von außen beispielsweise durch das Halten eines Instruments die Funktion eines Nervs stören.

Krankheitszeichen und -erscheinungen – So machen sich Nerveneinengungen bemerkbar

Erste Symptome bei bestehenden Nervenengpasssyndromen sind Kribbelgefühle wie »Ameisenlaufen« in den Fingern. Häufig treten diese zuerst nachts auf: Man wird durch »eingeschlafene« Finger oder Bereiche der Hand im Schlaf gestört oder wacht morgens mit diesen Symptomen auf. Hinzu kommen dann Schmerzen vor allem bei Belastung und Taubheitsempfinden der Finger. Schließlich können auch vegetativ trophische Störungen (Beeinträchtigung der Schweißsekretion, Färbung und Temperaturregulation der Hand) und eine Kraftminderung auftreten. Im Endstadium sind sogar Muskelverschmächtigungen sichtbar. Schon minimale Fehlleistungen und Funktionsverluste eines Nervs können bei Musikern zu großem Leistungsverlust führen.

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Nervenaufreibend – Musik zwischen Genuss und Schaden":

  • 20.05.2015
  • Schwerpunktthema
  • Sandra Krüger
  • Ausgabe: 6/2015
  • Seite 38-40

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