Schwerpunktthema: Unter doppelter Beobachtung - Dirigenten und Lampenfieber

  • 19.11.2012
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 12/2012
  • Seite 28-30

Recherchiert man zum Thema Lampenfieber, erfährt man, dass offenbar hauptsächlich Instrumentalisten und Sänger davon betroffen sind. Wie sieht es denn eigentlich beim Dirigenten aus? Muss der Mann bzw. die Frau am Pult nicht zwangsläufig noch mehr Lampenfieber haben? Schließlich wird man da vorne ja von zwei Seiten betrachtet. Von ­seinen Musikern und dem Publikum im Rücken. Klaus Härtel sprach mit Julia Schlag, Klarinettistin und Dirigentin.

Von lampenfiebrigen Dirigenten hört man wenig. Aber vielleicht darf man als Dirigent von Natur aus keine Nerven haben? CLA­RINO möchte sich dem Thema mit einem Interview annähern. Wir sprachen mit Julia Schlag, Klarinettistin und Dirigentin. In ­ihrer Ausbildung wurde Lampenfieber nicht großartig thematisiert. »Es hieß immer, ich hätte keine Nerven, weil ich nach außen hin immer so ruhig wirkte.«

CLARINO: Ganz global gefragt: Haben Sie Lampenfieber?

Julia Schlag: Auftrittsangst habe ich nicht, aber eine gewisse Nervosität ist schon gegeben. Das hängt allerdings immer auch vom Projekt ab. Es hängt davon ab, ob ich dirigiere bzw. was ich dirigiere. Ob ein ­Solist dabei ist, ob man genug Vorbereitungszeit hatte. Als Klarinettistin spielt eine Rolle, ob ich als erste Klarinettistin oder weiter hinten besetzt bin. Ob ich zusätzlich Klavier spiele und ob das Repertoire neu ist. Das sind Faktoren, die bei mir Lampenfieber mehr oder weniger hervorrufen. Als gewisse natürliche Anspannung ist es eigentlich immer da.

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Die Angst":

« zurück