Schwerpunktthema: Unsere Ohren hören alles! Eckhard Beste über Schall und Schutz

»Unsere Ohren hören alles!« sie hören alles, was geht – und »was nicht mehr geht«, zu laut ist. Alles was wir hören, wird ver»arbeitet«, und die Ohren arbeiten immer. Je lauter es ist, desto mehr sind sie gefordert, desto eher kommen sie an Ihre Leistungsgrenzen, erschöpfen sich ihre Energiereserven, »brechen sie zusammen«. Musik soll Freude machen und keinen zusätzlichen Streß. Die Frage ist dabei: Geht das überhaupt im Umgang mit lauten Blasinstrumenten?

Dass der Gebrauch von Ohrenstöpseln bei Holz- und Blechbläsern schwierig ist, pfeifen bereits die Spatzen von den Dächern. Und doch, es ist manches möglich – und auch nicht alles nötig. Entspannung ist angesagt und mit Experimentierfreude werden Gehörschutzstöpsel akzeptabel.

Das Musikerohr ist ein Messinstrument, das mit zunehmender Ausbildung und Erfahrung immer besser wird. Das Ohr ist aber auch ein Stress- und Lärmstressanzeiger. Dem Musikerohr trauen wir vieles zu, dem Lärmstressanzeiger mögen wir oft nicht zuhören und vertrauen lieber gemessenen dB-Werten. Hinter diesen stehen aber DIN-Annahmen und keine Individuen. Und es geht doch, lieber Leser, um deine Ohren und vielleicht den passenden Gehörschutz für dich.

Dabei ist Grundlegendes zu verstehen und darauf hinzuweisen, dass das Bläserohr nicht nur von außen dem Luftdruck ausgesetzt ist. Während des Spiels und je nach Instrument und anatomischen Gegebenheiten wird über die Ohrtrompete der Druck im Mittelohr erhöht, der dann dem Außenschalldruck entgegenwirkt. Wenn ich weiß, dass ein lauter Ton oder ein Klang, ein Geräusch oder ein Knall zu erwarten ist, erschrecke ich mich nicht so und »spanne das Trommelfell an«. Wie der Vater, der weiß, dass der Sohn ihm gleich in den Bauch haut, die Muskeln anspannt. Gemein sind in beiden Fällen Überraschungen.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Schall & Schutz - Edler Lärm und Gesundheit":

  • 18.11.2014
  • Schwerpunktthema
  • Eckhard Beste
  • Ausgabe: 12/2014
  • Seite 25-27

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