Schwerpunktthema: Schmerz durch Stress - Prof. Dr. Claudia Spahn im Interview

  • 21.01.2014
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 2/2014
  • Seite 30-31

»Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz«, ist das Motto von ­Werner Kieser, einem der Wegbereiter der Fitness-Studio-Welle. Doch Rücken­schmerzen können auch »innere« Gründe haben. Redewendungen wie »Rückgrat zeigen«, »jemandem den Rücken frei­halten« oder auch »jemandem in den Rücken fallen« deuten darauf hin. Klaus Härtel sprach mit Claudia Spahn über psychosoziale ­Aspekte von Rückenschmerzen.

Clarino: Schon der Begriff Rückenschmerzen kann alles sagen oder gar nichts. Es wird vermutet, dass psycho­sozial bedingte Rückenschmerzen noch weitaus häufiger auftreten als die orthopädisch bedingten. Was hat es damit auf sich?

Prof. Dr. Claudia Spahn: Rückenschmerzen sind in der Tat eine komplexe Sympto­matik. Verschiedene medizinische Fach­gebiete werfen selektiv ihren Blick darauf. Wenn man aber den Menschen betrachtet, der von Rückenschmerzen gequält wird, dann wird man die orthopädische und die psychosoziale Sicht zusammenbringen. Wie jemand sozial eingebunden ist, wie gut es ihm beruflich geht, wie es emotional um ihn bestellt ist und wie es ihm körperlich geht – all diese Aspekte greifen so ineinander, dass man sie nicht auseinanderdividieren kann. Aus medizinischer Sicht ist dia­gnostisch zu überprüfen, woher der Schmerz rührt, ob es etwa geschädigte Strukturen und biomechanische Gründe gibt, wie beispielsweise einen Bandscheibenvorfall, oder ob es sich eher um funktionelle Schmerzen handelt. Rückenschmerzen sind zu einer Volkskrankheit geworden – was auch in der Verknüpfung der körperlichen und der psychosozialen Ursachen deutlich wird. Denn natürlich bewegen wir uns anders als vor Jahrhunderten, wir sitzen mehr und haben eine andere Lebensweise.

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Der Rücken des Musikers":

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