Schwerpunktthema: Repertoireanregungen - Antonin Dvořák für Bläser

Am 8. September jährt sich der Geburtstag des tschechischen Komponisten Antonín Dvořák zum 175. Mal. Bekannt wurde er vor allem durch seine in den USA entstandene 9. Sinfonie mit dem Untertitel »Aus der Neuen Welt« und den zweiteiligen Zyklus »Slawische Tänze«. Da Dvořáks Musik auch jenseits von Jubiläen fester Bestandteil in den Konzertprogrammen ist, sei hier ein Blick auf einige Blasorchester-Transkriptionen geworfen. Auch sein berühmtestes Originalwerk für Bläser, die Serenade d-Moll op. 44, soll nicht unerwähnt bleiben.

Sucht man in der Datenbank des Vereins für Musikinformation (www.notendatenbank.net), dann erhält man bei der Eingabe »Antonín Dvořák« nahezu 1000 Einträge. Reduziert man diese auf Transkriptionen für Blasorchester, dann bleiben immer noch an die 200 Datensätze übrig. Diese wären dann noch zu unterteilen in Bearbeitungen, deren Notentext 1:1 dem Original entspricht, und in solche, bei denen – oft potpourri-artig – nur einzelne Themen aneinandergereiht werden.

Transkription und Original

Man kann Meinungen nachvollziehen, die solche Werkauszüge als »Verstümmelungen« bezeichnen. Sinnvoll wäre es auf alle Fälle, wenn der Dirigent des Jugendorchesters (oder der Lehrer als Leiter der Bläserklasse) die Musiker in einem zweiten Schritt auch mit dem Original bekannt macht.

Dann ist damit auch ein Schritt zur Aufhebung von Schwellenangst gegenüber der klassischen Musik getan. Eine 1:1-Transkription mag in vielen Fällen für diese Ensembles noch zu schwer sein, aber Fragen danach kann man getrost im Stil von Lehrer Bömmel aus dem Film »Die Feuerzangenbowle« beantworten: »Dat krieje mer später.«

Bevor einige ausgewählte Bearbeitungen vorgestellt werden, sollte kurz auf das Tonartenproblem eingegangen und in diesem Zusammenhang ein alter Kalauer strapaziert werden. »Was ist die größte Gemeinsamkeit von (Amateur-)Bläsern und Vampiren? Die Abneigung gegen Kreuze.« Daher sind viele der im weiteren Verlauf erwähnten Bearbeitungen nicht in der Originaltonart gesetzt. Bei dieser Art von vorauseilendem Gehorsam übersieht man jedoch, dass die Komponisten immer wieder auch in recht entfernte Tonarten moduliert haben und die Stücke somit nicht von vornherein frei von Kreuztonarten sind.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Das Programm - Schwere Kost vs. leichte Muse":

  • 23.06.2016
  • Schwerpunktthema
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 7-8/2016
  • Seite 34-35

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