Schwerpunktthema: Musik macht nicht intelligent - kann aber wie Schokolade wirken

  • 23.08.2012
  • Schwerpunktthema
  • Ausgabe: 9/2012
  • Seite 34-35

Schon die Griechen der Antike haben sich mit der Wirkung von Musik beschäftigt. Kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die experimentelle Psychologie und schon da haben sich die ersten Psychologen für Musik interessiert. Heute ist das Gebiet der Musikpsychologie ein weites Feld. Kathrin Schlemmer ist Professorin für Musikwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Christine Engel hat mir ihr über das absolute Gehör, Begabung und über die Frage gesprochen, ob Musik intelligent macht.

CLARINO: Frau Schlemmer, was passiert mit einem Menschen, wenn er Musik hört?

Kathrin Schlemmer: Beim Hören geht es von Anfang an um Bewertungsprozesse – mag der Hörende die Musik oder nicht. Dann findet bei der Wahrnehmung von ­Musik immer eine Wechselwirkung von Gedächtnis und Emotionen statt. Musikhören hat auch eine Auswirkung auf das Handeln eines Menschen, wenn er zum Beispiel bemerkt, ob es gut oder schlecht für ihn ist, dass er durch Musik eventuell von einer ande­ren Tätigkeit abgelenkt wird. 

Wird man denn von Musik stark von anderen Tätigkeiten abgelenkt?

Das kommt auf den Einzelnen an. Es gibt eine Reihe von Studien, die zeigen, dass zwei parallele Tätigkeiten ein Problem darstellen können, wenn man sich auf beides konzentriert. Wenn sie gleichzeitig eine ­anspruchsvolle Aufgabe lösen und Musik hören, der sie auch zuhören, dann ist ihre Aufmerksamkeit begrenzt und sie können nicht beides genauso gut machen, als wenn sie eine Aufgabe alleine bearbeiten. 

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Alles Kopfsache?":

 

 

 

« zurück