Schwerpunktthema: Musik kennt kein Alter - Arbeitsfelder der Musikgeragogik

Musik kennt kein Alter! Ja, Musik mag kein Alter kennen, aber: oftmals scheint das Alter keine Musik oder keine Musik mehr zu kennen. Obwohl ältere Menschen gleichermaßen Interesse am Musizieren ­haben wie jüngere, fällt es ihnen häufig wesentlich schwerer, geeignete Bedingungen vorzufinden, diesem Bedürfnis nachzukommen. Mit diesem Zustand können und dürfen wir uns, die wir musikalisch und musikpädagogisch unterwegs sind, nicht zufriedengeben.

Wenn wir hier die Tür zum Thema »Musizieren im Alter« aufstoßen, müssen wir uns zunächst darüber im Klaren sein, dass wir in einen Kosmos vordringen, der sicherlich nicht annähernd zu erfassen ist. Da ist ­zunächst das Konstrukt Alter: Vom sogenannten jungen Alter bis zur Hochaltrigkeit erstreckt sich eine Zeitspanne, die durchaus schon mal 50 Jahre umfassen kann. Bei einem Hundertjährigen ist das im Grunde das halbe Leben, wenn wir die Definition des Deutschen Musikrates vom Wiesbadener Kongress im Jahre 2007 unter dem ­Thema »Es ist nie zu spät – Musik 50+« zugrunde legen. Und unser Thema berührt die kaum zu ermessende Vielgestaltigkeit der Musik, von Pop, Rock, Schlager, Coun­try, Blasmusik, Klassik, Kirchenmusik bis zur Oper, um nur einige Genres zu nennen. Zudem gilt es, die ungeheure Vielfalt der daran beteiligten individuellen (musikalischen) Lebensgeschichten einzubeziehen, die auf den musikalischen Geschmack, auf das musikalische Wissen und Können ge­rade des an Erfahrung reichen älteren Menschen Einfluss nehmen. Ich möchte daher versuchen, für diese Breite der Thematik und ihre Komplexität in diesem Beitrag ein wenig zu sensibilisieren, wichtige Aspekte des Themas zu streifen und einen Überblick zu geben über Zugänge und Handlungsfelder.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Unruhestand - Musik im Alter":

  • 20.05.2014
  • Schwerpunktthema
  • Prof. Dr. Hans Hermann Wickel
  • Ausgabe: 6/2014
  • Seite 25-29

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