Schwerpunktthema: Motivation: Üben - eine wichtige Quälerei?

  • 19.04.2012
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 5/2012
  • Seite 26-31

Na klar wissen wir, dass Übung den Meister macht. Und dass sich früh übt, was ein solcher werden will. Doch machen wir es deshalb lieber? Üben ist allenthalben eine ungeliebte Vokabel, die einem die Freude am Spiel vergällt. Da hapert es oft mit der Motivation. Doch wo finden wir die? Wir haben uns umgehört.

Fragt in New York ein Reisender einen Taxi-Fahrer: »Pardon me, Sir, how do I get to the Carnegie Hall?« Die lapidare Antwort »Practice, man, practice!« Also: üben, üben, üben… 

Seien wir einmal ehrlich. Allein das Wort »Üben« hat schon einen schalen Beigeschmack. Üben muss sein. Nicht mehr und nicht weniger. Musikersprüche wie »Wer übt, hat’s nötig« oder »Wer übt, fällt seinen Kollegen in den Rücken« entspringen einer weit verbreiteten »Übungswidersetzlichkeit«. Und selbst wenn der Freiburger Pädagogik-Professor Andreas Doerne (im Interview ab Seite 29) bemängelt, Üben habe »eine denkbar schlechte Lobby – und das völlig zu unrecht!« und daher fordert: »Wir müssen die Schönheit des Übens neu entdecken!«, ist das bei vielen Musikern leichter gesagt als getan. Die meisten Musiker wissen ja, dass sie ohne Üben nicht besser werden. Selbst nachweislich große Musiker wie der polnische Pianist Artur Rubinstein hat »nie gerne geübt. Ich war faul«. Doch er wusste trotzdem, wenn er einen Tag nicht übe, höre er es, bei zwei Tagen höre es seine Frau und nach drei Tagen höre es das Publikum.

Das PDF enthält alle drei Artikel des Schwerpunktthemas:

  • Üben, üben, üben? - Musikerziehung und musikalische Praxis (von Stefan Fritzen)
  • Motivation: Üben - eine wichtige Quälerei? (von Klaus Härtel)
  • Der Fluch der Akribik - Über das Üben (von Stefen Dünser)

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