Schwerpunktthema: Macht Musik - Führung im Blasorchester

Das Thema »Macht Musik« kann von zwei Seiten aus betrachtet werden. Zum einen wäre es die imperative Aufforderung zu musizieren, zum anderen würden wir, zumindest als Frage, der Musik implizit Macht auf Menschen zusprechen. Dass beide Betrachtungen zusammengehören, jedoch in der Kombination nicht ­unproblematisch sind, ist zumindest unter Musikern nicht strittig.

Macht, Musik und Soziologie

Nun wird in unserer Gesellschaft der Machtbegriff bereits generell pejorativ gewertet, und in Verbindung mit Führung erscheint er doppelt suspekt. Zu oft ist Macht missbraucht worden und die tägliche Politik führt uns vor Augen, dass Führung und Führer häufig kompetenzlos nur für Verdruss und Ärger sorgen oder mehr für Verführung stehen. 

Im Folgenden möchte ich, meine verehrten Leser, versuchen, diese Begriffe zum Nutzen unserer geliebten Kunst ein wenig ­näher zu beleuchten und deren Unverzichtbarkeit im musikalischen Alltag darzustellen. Etymologisch wird der Begriff Macht (althochdeutsch: magan) mit »Können« oder »Fähigkeit« assoziiert. Er entspricht dem Lateinischen potentia (Potenz). Primär war der Begriff nicht der »Herrschaft« zugeordnet, wie wir ihn heute sehen und in Worten wie Machthaber oder Macht­apparat rein politisch benutzen. 

Musikologisch unterstellen wir der Musik und der Kunst allgemein jedoch auch Macht auf Menschen und deren geistige Haltung und Prägung. Diese Betrachtung beinhaltet immer auch etwas ge­fährlich Manipulatives, das der Einzelne oft nicht erkennen und dem er sich nur schwer entziehen kann. Anhand zweier unter­schied­licher soziologischer Deutungs­weisen des Machtbegriffs möchte ich die Pro­ble­matik von Macht und Musik näher ausführen.

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Macht Musik - Führung im Orchester":

  • 14.04.2014
  • Schwerpunktthema
  • Stefan Fritzen
  • Ausgabe: 5/2014
  • Seite 26-29

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