Schwerpunktthema: Lesen bildet! Was wird gelesen, was wird empfohlen?

  • 16.12.2013
  • Schwerpunktthema
  • Ausgabe: 1/2014
  • Seite 26-29

»Lies mal ein Buch, denn Lesen bildet!« hört man allenthalben. Wer googelt statt Informationen aus ­Büchern zu holen, verlernt das Lernen und soziale Kompetenz. Dabei geht es nicht einmal um Fach­literatur. Auch Romane bringen einen weiter. Wir wollten einmal wissen, was die Vertreter der Bläserszene so lesen, wenn mal keine Noten auf dem Tisch liegen.

Mein Allzeitbegleiter: »Versuch einer Anweisung, die Flöte traversière zu spielen« von Johann Joachim Quantz  

Mein alter Lehrer hatte immer ein Bonmot vom preußischen Hof für uns parat: »Wer regiert den preußischen Staat? Das Schoßhündchen der Madame Quantz, denn der König lässt sich von Quantz, dieser von seiner Frau und diese von ihrem Schoßhündchen regieren.« Aber im Ernst: Die Schule von Quantz, dem einflussreichen Flötenlehrer Friedrichs des Großen, ist die Bibel für Flötisten – und nicht nur für sie! Neben Tosis Gesangsschule und Leopold Mozarts Violinschule das Traktat des 18. Jahrhunderts, das uns detailliert Aufschluss gibt über die wesentlichen Fragestellungen der historisch informierten Aufführungspraxis und Fragen beispielsweise zu (Tanz)-Satzcharakteristik, Artikulation, Tempo, Stil, Technik beantwortet, aber auch Gedanken zum Selbstverständnis und Auftreten eines Musikers, zum Üben, zur Kammermusik vermittelt. Und Quantz ist dabei auch noch höchst geistreich und humorvoll! Einen Tipp können heute wahrscheinlich die ­wenigsten anwenden: Wenn man zu stark schwitzt und mit den Lippen vom Mundloch wegrutscht, sollte man sich einfach schnell durch die Perücke fahren und das Puder über die Lippen streichen.

Das PDF enthält alle sieben Artikel des Schwerpunktthemas "Blasmusik & Literatur":

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