Schwerpunktthema: Lernen ein Leben lang - aber wie?

Ein Edler orientiert sich immer nach oben, ein Gemeiner am Untersten (Konfuzius)

Wenn wir uns als Instrumentalisten oder Instrumentallehrer dem künstlerischen Lernen zuwenden, stehen wir vor der Aufgabe, verschiedenste Anforderungen miteinander zu verknüpfen: Die Entwicklung von Hörleistungen steht neben dem Erlernen theoretischer musikalischer Wissensgrundlagen und dem Erarbeiten instrumentenspezifischer physiologischer Funktionsabläufe. Unsere Tonsprache bleibt weitest­gehend abstrakt und ist überhaupt nur durch Vergleiche oder Analogien in Worte zu fassen; gleichzeitig ist jede musikalisch-praktische Tätigkeit von feinsten und in ihrer Synergie hochkomplexen Bewegungsabläufen abhängig.

Das heißt, Hören und Wissen werden beim musikalischen Handeln in Bewegungen umgesetzt, die umso differenzierter sein müssen, je feiner und allumfassender das musikalische Wollen ist. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass wir neben der emotionalen und kogni­tiven Durchdringung des Fachs »Musik« dem Sport vergleichbare Trainingsmethoden entwickeln müssen, die, individuell angepasst, einer permanenten Überprüfung bedürfen. In unserer Gesellschaft wird immer wieder hervorgehoben, dass wir eine Wissensgesellschaft seien und dass sich das zu erwerbende Wissen permanent vervielfache, weshalb man gut daran tue, ein Leben lang zu lernen. Pädagogen, Soziologen und Lernpsychologen bieten immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse über optimierte Lernmethoden an und sind bemüht, das Lernverhalten in unserer Gesellschaft zu verbessern. Gleichzeitig beklagen deutsche Handwerksmeister, dass Absolventen der allgemeinbildenden Schulen nicht mal in der Lage seien, einen Flächeninhalt zu errechnen, und Professoren, dass die Zulassungsvoraussetzungen an deutschen Universitäten immer geringer gehalten werden müssten.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Lernen - Ein Leben lang. Aber wie?":

  • 17.04.2013
  • Schwerpunktthema
  • Stefan Fritzen
  • Ausgabe: 5/2013
  • Seite 22-26

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