Schwerpunktthema: Komplexer Beruf - oder: Die wenigsten Komponisten fahren Ferrari

Zunächst muss man sich den Beruf des Komponisten und die in der heutigen Zeit damit verbundenen Aufgabenfelder genauer ansehen, die Komplexi­tät des Berufsbildes umrei­ßen und schwerpunktmäßig unter dem Business-Aspekt beleuchten. Erst aus der Beantwortung dieser grundlegenden Fragen ergibt sich dann ein Gesamtbild.

Leider wirkt das Bild des Komponisten bedingt durch die mediale Aufmerksamkeit für erfolgreiche Autoren (und Plattenmil­lio­näre) sehr verzerrt. Golfen in Miami, Bootstrip auf Mallorca, dicke Villa und ein Ferrari in der Garage. Die Realität sieht anders aus – insbesondere für Spartenkomponisten! Deshalb schauen wir uns anhand einiger Fragen an, wie sich denn das Bild der Arbeit eines Komponisten im Jahre 2014 wirklich zeichnet.

Wie wird man eigentlich Komponist – Gottesgeschenk oder harte Arbeit?

Letztlich ist es wohl beides. Für die meisten Autoren beginnt die Arbeit zunächst mal mit einem Musikstudium, denn in der Regel ist der Komponist des 21. Jahrhunderts in Personalunion auch Bearbeiter seiner ­Werke, wozu ein fundamentales Wissen über Harmonie- und Instrumentenlehre unerlässlich ist. Das ist zweifellos harte Arbeit. Um ein neues Musikstück zu komponieren, muss er aber zusätzlich die Eigenschaft besitzen, neue Melodien »aus dem Nichts« erschaffen zu können, wozu ein kontrapunktisches Denken, gepaart mit ­einem harmonischen Vorstellungsvermögen nötig ist. Das ist ganz sicher ein Gottesgeschenk. Dabei sollte der Komponist (so er davon ernsthaft leben möchte) breit aufgestellt sein und sich in allen Musik­genres (egal ob Blasmusik, Pop- oder Filmmusik) zu Hause fühlen.

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Arm, ärmer, Komponist":

  • 19.03.2014
  • Schwerpunktthema
  • Wolfgang Vetter
  • Ausgabe: 4/2014
  • Seite 40-42

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