Schwerpunktthema: Kiss me! Lippen sind nicht nur zum Blasen da!

Rote Lippen soll man küssen, hieß es einmal bei Cliff Richard. Tatsächlich sind gut durch­blutete Lippen besonders kussfreundlich. Mit dem Spielen eines Blasinstruments kann man die Durchblutung der Lippen deutlich fördern. Die spitzmündige Flötistin und die beißlippige Klarinettistin – küssen sie eigentlich verschieden?

Es gibt viel mehr Songs, die von den Lippen handeln, als solche über die Finger oder den Ellbogen. Daraus darf man aber nun nicht schließen, dass Blasinstrumente grundsätzlich populärer wären als Klaviere oder Geigen. Die Lippen verdanken ihre große Beliebtheit nämlich weniger dem Flöte- oder Trompeteblasen als einer anderen, auch ganz netten Beschäftigung: dem Küssen. Schöne rote Lippen sind ein erotisches Kraftsymbol. Allerdings bestehen da durchaus gewisse Zusammenhänge zwischen dem Blasen und dem Küssen. Saxofonisten, so hört man gelegentlich, küssen nämlich am besten. Und die talentiertesten Saxofonisten und Holzbläser überhaupt sollen ja aus Frankreich kommen, dem Land des fröhlichen Küssens. Erklärt wird dieses Doppeltalent mit der französischen Sprache, deren Diphthonge und Nasallaute die Beweglichkeit der Mundmuskulatur (»embouchure«) in besonderer Weise trainieren. Darf man also behaupten: Wer Französisch spricht, bläst besser und küsst besser?

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Lippenbekenntnisse - Das belastbare Organ":

  • 18.02.2013
  • Schwerpunktthema
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 3/2013
  • Seite 30-31

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