Schwerpunktthema: Intonationstraining mit der Intunator-App

Intonation ist für Musiker ein wichtiges Thema. Die Fähigkeit, mit anderen Musikern richtig ­gestimmt zusammenzuspielen, ist eine der wesentlichen Grundlagen des Musizierens. Lernen kann das jeder, aBer wie übt man am besten? Der Saxofon- und Gehörbildungslehrer Markus Rombach beschäftigte sich intensiv mit dieser Frage. Seine Lösung: Eine App!

Training über das Gehör

Natürlich kann man Intonation auch mit einem gewöhnlichen Stimmgerät üben. Und natürlich gibt es dafür auch bereits eine beachtliche Auswahl an Apps. Das große Aber: Mit dem Stimmgerät hat der Musiker nur eine visuelle Kontrolle. Eine Forschergruppe aus London hat jedoch erst kürzlich nachgewiesen, dass das Gehirn keine Kapazität fürs Hören frei hat, wenn es mit der Verarbeitung visueller Reize beschäftigt ist. Beim Zusammenspiel im Orchester ist der Musiker aber auf sein Gehör angewiesen.

Markus Rombach war auf der Suche nach einer Möglichkeit, Intonation über das Gehör zu trainieren. Und diesem Ansatz folgt seine App, der Intunator. Natürlich bietet der Intunator auch alle Funktionen eines normalen Stimmgeräts. Zusätzlich zur visuellen Kontrolle wird der gespielte Ton aber auch über Kopfhörer in der richtigen Stimmung ausgegeben – und an diesen Ausgabeton soll der gespielte Ton nach Gehör angepasst werden.

Rombach erklärt: »Wer sich noch nie mit Intonationstraining beschäftigt hat, hört am Anfang oft gar nicht, ob er zu hoch oder zu tief ist.« Die visuelle Kontrolle bietet dem Nutzer eine erste Orientierung. Nach und nach sollte man sich davon aber immer mehr lösen und sich vor allem auf das Gehör verlassen.

Der Intunator

Wir haben die App natürlich einmal ausprobiert. Was man dafür braucht? Ein Smartphone (mit Betriebssystem ab Windows Phone 8, Android 4.1 oder iOS 7.1), Kopfhörer (ohne eingebautes Mikrofon) und natürlich das Instrument. Den Intunator gibt es in den jeweiligen Stores für 4,99 Euro.

Ein kleiner Hinweis zum Thema Kopfhörer vorab: Auf der Internetseite werden offene Kopfhörer empfohlen, sodass man beim Spielen den Klang des eigenen Instruments deutlichen wahrnehmen kann. Wer gerne etwas Bewegungsfreiraum hat, sollte außerdem auf eine entsprechende Kabellänge achten. Von Funkkopfhörern raten die Entwickler jedoch ab, da vor allem digitale Funkkopfhörer und Kopfhörer mit Bluetooth-Übertragung für unangenehm lange Verzögerungszeiten sorgen.

Sobald die App installiert ist, kann es direkt losgehen: Kopfhörer anschließen, Instrument aus der Liste wählen und einen Ton spielen. In der Instrumenten-Auswahl sind sämtliche Blasinstrumente sowie Streich- und Zupfinstrumente aufgelistet. Für jedes Instrument sind bereits einige grundlegende Voreinstellungen gespeichert.

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Chance und Risiko - Musik im digitalen Zeitalter":

  • 18.02.2016
  • Schwerpunktthema
  • Cornelia Härtl
  • Ausgabe: 3/2016
  • Seite 38-39

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