Schwerpunktthema: Interne Führung - Wie sind Orchester strukturiert?

Herbert von Karajan ließ es 1983 bei Sabine Meyer auf eine Machtprobe ankommen. Die Klarinettistin wurde schließlich nur auf Druck des Maestros bei den Berliner Philharmonikern aufgenommen. Ein Akt, der heute schwer vorstellbar erscheint, denn die professionellen Sinfonieorchester suchen sich ihre Mitspieler schon selbst.

Die Strukturen in den Sinfonieorchestern sind klar definiert. Es gibt Konzertmeister, Stimmführer, Tuttisten. Konzertmeister wird in der Regel der in einem Orchester am ersten Pult sitzende Stimmführer der Gruppe der 1. Violinen bezeichnet. Der Konzertmeister hat dabei etwa die Auf­gaben, das Einstimmen zu überwachen, das Spiel anzuführen, die Violin-Solostellen zu spielen und in Proben zuweilen den Dirigenten zu vertreten. Die Anzahl der Konzertmeister hängt von der Größe des Orchesters ab. Konzertmeister tragen – ­zusätzlich zum Dirigenten natürlich – die Hauptverantwortung, »den Laden zusammenzuhalten«. Neben dem Blick zum Dirigenten sind (vor allem) die Stimmführer in ständigem Kontakt zum Konzertmeister, um gemeinsam reagieren zu können. Die Stimmführer interagieren während eines Konzerts durch Blickkontakte untereinander, um das Spiel der einzelnen Instrumentengruppen aufeinander abzustimmen, und setzen die Anweisungen des Dirigenten ihrerseits für die gesamte Instrumentengruppe um.

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Macht Musik - Führung im Orchester":

  • 14.04.2014
  • Schwerpunktthema
  • Cornelia Härtl und Klaus Härtel
  • Ausgabe: 5/2014
  • Seite 38-39

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