Schwerpunktthema: Hugo Strasser - Musik ist meine Medizin!

  • 20.05.2014
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 6/2014
  • Seite 36-37

Steht ein älterer Musiker auf der Bühne, blicken die jüngeren ehrfurchtsvoll nach oben. Dabei ist das gar nicht so selten, wenn man mal genau hinschaut. Mick Jagger, Frontmann der Rolling STones, ist auch schon 70. James Last geht 2015 – dann wird er 85 sein – erneut auf große Tournee. Und Hugo Strasser, lebende­ Swing-Legende, wurde am 7. April schon 92. An Ruhestand denkt er nicht. 

Wenn man Hugo Strasser erlebt – abseits und auf der Bühne – würde man wohl denken, einer wie er sei das Paradebeispiel für einen rüstigen Rentner. Doch das trifft nicht zu. Erstens wäre er das ja dann schon seit fast 30 Jahren (geht man mal vom Renteneintrittsalter 65 aus) und zweitens hat Hugo Strasser nicht einen einzigen Ge­danken ans Aufhören verschwendet. Hugo Strasser erledigt die Korrespondenz in seinem Büro in Neukeferloh immer noch selbst und beinahe täglich, er besucht die Locations, in denen er spielt, im Vorfeld und bespricht das Programm. Und außerdem kann man seinen vollen, unnachahm­lichen Klarinettenton nach wie vor auf zahlreichen Konzerten und Bällen bewundern. Und bewundert wird er. Hugo Strasser ist eine Erscheinung. Nicht nur, dass er auf der Bühne steht, ist beeindruckend, sondern auch das wie. 

Aber mal ganz ehrlich: Nervt es nicht manchmal, immer wieder auf das hohe ­Alter – und sei es noch so ehrfurchtsvoll – angesprochen zu werden? »Eigentlich nicht«, lacht der 92-Jährige. »Ich hatte ja mehrere Jahrzehnte Zeit, mich daran zu gewöhnen.« Bei ihm komme positiv hinzu, dass sich das Erfolgserlebnis ständig wiederhole. Viele Konzerte seien in kürzester Zeit ausverkauft, das Publikum sei be­geistert, »und das ist Nahrung in einer besonderen Form für mich«.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Unruhestand - Musik im Alter":

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