Schwerpunktthema: Glaubwürdig, authentisch und begeisternd - Was einen Dirigenten ausmacht

Dirigieren ist weit mehr als nur das Schwingen des Taktstocks. Doch was muss ein Dirigent sein? Musiker? Pädagoge? Psychologe? Von allem etwas? Wahrscheinlich schon. Wir sprachen mit dem ­Dirigenten Peter Vierneisel über Kompetenzen, Probenprozesse und Kommunikation.

Clarino: Man muss als Dirigent nicht nur dirigieren, sondern auch proben können. Ist da was dran?

Prof. Peter Vierneisel: Das Proben ist ein Bestandteil der vielschichtigen Arbeit des Dirigenten. Nach außen wird der Dirigent häufig nur als Maestro am Pult wahr­genommen, seine Arbeit auf das Dirigier­technische, hier vor allem auf die öffent­liche Aufführung eines Konzerts, reduziert. Zur Arbeit eines Dirigenten gehört natürlich eine Menge mehr. So kommen zu den künstlerischen Aufgaben eines Dirigenten auch pädagogische, soziale sowie organisatorische Aspekte hinzu.

Würden Sie sagen, dass die künstlerische Arbeit eines Dirigenten gleichbedeutend mit der pädagogischen Arbeit ist?

Das nicht, aber beides ist eng miteinander verbunden und daher auch wichtig in der Arbeit eines Dirigenten. Hinter jeder Musikerziehung steckt auch ein hohes Maß an künstlerischer Kompetenz. Diese sollte ich als Dirigent mitbringen, um Musik tiefgründig, damit glaubhaft und damit wie­der­um nachhaltig vermitteln zu können. 

Umgekehrt benötigt der Dirigent aber auch pädagogische Kompetenzen, um den künstlerischen Wert von Musik überhaupt transportieren zu können. 

Das eine funktioniert also nicht ohne das andere. Lediglich die Gewichtung kann sich im dirigentischen Arbeitsprozess ändern, je nachdem, ob ich im Amateur-, Profi- oder beispielsweise Schulorchesterbereich arbeite.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Teamwork - Probenpädagogik und Probendidaktik":

  • 17.05.2013
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 6/2013
  • Seite 28-29

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