Schwerpunktthema: "Geistiges Eigentum wird nicht mehr respektiert" - Enjott Schneider im Interview

Die GEMA ist wichtig. Leider wissen das in der Öffentlichkeit oft nur die Mitglieder selbst. Die Gründung der GEMA dreht sich um die wirtschaftlich existenzielle Kernfrage eines Musik­autoren: Wie komme ich an das Geld für die von mir geleistete Arbeit? Jüngst hat das Land­gericht München geurteilt, dass die GEMA-Sperrtafeln auf You­Tube rechtswidrig sind. »Die Entscheidung«, urteilt die GEMA, »ist ein wichtiges und positives Signal an die Musikurheber: Es ist nicht die GEMA, die den Musikgenuss im Internet verhindert. Sie will lediglich YouTube lizenzieren, so wie alle ­anderen Musikportale.« 

Verständlich wird die Wichtigkeit der GEMA mit folgendem Beispiel: Wenn jemand beim Bäcker Semmeln kauft, ist es selbstverständlich, dass er diese ­sofort bezahlt. Sind die Semmeln zu teuer oder werden aufgrund gestiegener Rohstoffkosten teurer, geht er vielleicht zum nächsten ­Bäcker – aber er wird immer, egal wo und bei wem, sofort und direkt zahlen müssen. Wenn die gleiche Person beispielsweise einen Song aus dem Internet herunterladen möchte und die hohen Kosten für einen Download mit den überhöhten GEMA-Tarifen gerechtfertigt werden, wird nur allzu gerne und oft lieber auf illegale Downloadmöglichkeiten und Tauschbörsen zurückgegriffen – oder einfach die CD des Freundes kopiert.

Der schlechte Ruf der GEMA resultiert in der Regel aus Unwissen. Selbst Mitglieder des Bundestages irren und agieren popu­listisch, wenn sie die GEMA an­greifen. Klaus Härtel sprach mit dem Komponisten und Aufsichtsratsvorsitzenden der GEMA, Enjott Schneider.

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Arm, ärmer, Komponist":

  • 19.03.2014
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 4/2014
  • Seite 34-35

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