Schwerpunktthema: Freiburg ruft! Endlich wieder in Deutschland: Die EBBC

  • 23.02.2015
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 3/2015
  • Seite 22-25

Die Brassband-Szene Boomt. Indikator ist dabei auch die Dauer, die es braucht, für die European Brass Band Championships ein »aus­verkauft« zu melden. Während man in Rotterdam 2012 noch an der Abendkasse Restkarten erhielt, in Oslo 2013 und Perth 2014 kurz zuvor das Kontingent vergriffen war, sind die kommenden – 38. – Meisterschaften in Freiburg (30. April bis 3. Mai) bereits ausverkauft. Erstmals übrigens werden bei einer Europameisterschaft zwei Deutsche Brassbands an den Start gehen.

Die deutsche Brassband-Szene jubelt. Endlich, nach langen 16 Jahren Wartezeit, kehren die European Brass Band Championships nach Deutschland zurück. Damals, am 24. April 1999, konnte die Yorkshire Building Society den Titel in der A-Section aus der Münchner Philharmonie mit nach England nehmen. In der B-Section gewann damals die Brass Band Fröschl Hall aus Österreich (unter­ Hannes Buchegger). Die 38. Ausgabe der EBBC (die B-Section gibt es seit 1994) kommt dabei nicht zufällig nach Deutschland. Sie platzt auch mitten hinein in einen »deutschen Boom« der Brassbands. Bundesrepublikweit flächendeckend sind zahlreiche Musikerinnen und Musiker mit dem Brassband-Virus infiziert. Von Düren im Westen über Hessen bis nach Sachsen, von Hamburg bis nach Bayern erklingt der satte Sound englischer Prägung.

Und erstmals in der Geschichte der EBBC wurden zu den Meisterschaften zwei deutsche Bands zugelassen. In der Championship Section (früher: A-Section) startet als erste deutsche Brassband die »3BA«. Unter dem neuen Dirigenten Thomas Ludescher dürfen die Bayern bei den Großen mitspielen. Somit hat ein weiterer deutscher Teilnehmer die Möglichkeit, in der Challenge Section (früher B-Section) zu starten. Die Brassband Sachsen unter Eoin Tonner geht hier ins Rennen. Und Benjamin Markl führt die Bayerische ­Jugend Brass Band in den Nachwuchswettbewerb, die European Youth Band Competition. Über die Entscheidung, Freiburg als Austragungsort zu wählen, freuen sich natürlich nicht nur die Deutschen.

Auch die Schweizer und Österreicher, Franzosen und Belgier haben eine verhältnismäßig kurze Anreise. Und trotzdem gibt Ulf Rosenberg, Präsident des Ausrichters, der European Brass Band Association (EBBA), zu, dass er »im Vorfeld ein bisschen nervös war. Denn für Engländer, Schotten und Norweger war der Weg ein wenig weiter als im vergangenen Jahr.« Doch die Nervosität schien unbegründet: Alle sind sie da, wenn sich die Brass Band Bürger­musik Luzern an die Aufgabe Titelverteidigung macht. Große Namen versprechen großen Klang: Black Dyke Band aus England, Eikanger-Bjørsvik Musikklag aus Norwegen, Cory Band aus Wales. Die Schweiz stellt mit der Brass Band Treize Etoiles eine zweite Band. Der Titelverteidiger aus Luzern ist gesetzt. Im österreichischen Vorentscheid konnte sich die Brassband Oberösterreich durchsetzen.

»Die EBBA sucht ständig nach neuen Städten und Ländern, die die EBBC ausrichten können«, erklärt Ulf Rosenberg. »Und dieser Wettbewerb war seit 1999 nicht mehr in Deutschland, wo wir seitdem eine stetig wachsende Brass-Bewegung beobachten.« Die frühe­ren Ausrichter hätten stets bestätigt, dass die EBBC einen neuen Maßstab gesetzt hätten und vor allem, »dass die Meisterschaften ein Zugpferd für die nationale Bewegung bedeuten«. Es ist die Hoffnung der europäischen Vereinigung, dass die Ausrichtung der EBBC in Deutschland »das deutsche und internationale Publikum inspiriert, indem es ihm die besten der besten europäischen Brassbands als eine große Inspiration präsentiert«.

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Die Brassband - Alles Blech oder was?":

« zurück