Schwerpunktthema: Ein Kolumbianer in Mannheim - Harold Bedoya Agudelo über eine besondere Reise

  • 16.06.2014
  • Schwerpunktthema
  • Cornelia Härtl
  • Ausgabe: 7-8/2014
  • Seite 32-33

Mit kulturellen Unterschieden und der Sprache hatte Harold Bedoya Agudelo zu kämpfen, als er aus dem fernen Kolumbien nach Mannheim kam, um dort Komposition zu studieren. In seinem Abschlusswerk »Viaje«, einem Konzert für Solopauke und sinfonisches Blasorchester, beschreibt er die Eindrücke und Erfahrungen, die er während seines Aufenthalts in Mannheim gemacht und wie er sie verarbeitet hat.

Harold hatte bereits einige Zeit in Kolum­bien studiert, als ihm sein Kompositionsprofessor Sergio Mesa, der selbst in Heidelberg Musik studiert hatte, den Wechsel an eine deutsche Musikhochschule empfahl. Drei bis vier Monate vor der Aufnahme­prüfung in Mannheim stand bereits ein Deutsch-Intensivkurs an, da Harold bis dahin noch kein Wort Deutsch verstand. Mit dem Niveau B.1 kam er dann schließlich nach Deutschland, wobei diese Einstufung seiner Meinung nach eher zweifelhaft war: »Man kommt nach Deutschland und versteht immer noch kein Wort.«

Die Aufnahmeprüfung hat er als besonders aufregend in Erinnerung, »wegen der Un­sicherheit, ob ich bestanden habe oder nicht«. Danach aber sei es leichter geworden, auch wenn er schmunzelnd gesteht: »Probleme gibt es immer. Die Unterstützung, die ich von meiner Familie erhielt, war für mich deshalb sehr, sehr wichtig.« Seine Vorstellung beziehungsweise das Ideal von Deutschland als Musikland wurde leider etwas getrübt, als er bemerkte, dass sich bei weitem nicht alle Deutschen mit klassischer Musik auskennen. »Nicht alle wissen, wer Brahms war, sondern kennen Musik nur aus dem Radio und den Charts.«

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Servus und Goodbye - Musiker im Ausland":

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