Schwerpunktthema: Die hohe Kunst der Vermeidung - Gedanken zur Musikkritik

  • 22.10.2013
  • Schwerpunktthema
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 11/2013
  • Seite 32-33

Über Musik zu schreiben ist nicht leicht. Daher kommt sie in den meisten Musikkritiken gar nicht vor. Menschen, die über Musik schreiben sollen, sind oft Virtuosen in der Kunst, das Musikalische auszulassen. 

Wie schreibt man über Musik? Gibt es ­Wörter für die dynamischen Nuancen einer Klarinette? Gibt es Namen für die Klangfarbenschattierungen im Blasorchester? Gibt es Ausdrücke für die emotionalen Facetten des Saxofontons? Gibt es Beschreibungen für die Zugkraft von Rhythmen? – Musikkritiken zu lesen ist etwa so, wie wenn man ein Fußballspiel im Radio hört: Man bekommt eine grobe Vorstellung vom Geschehen, aber sie könnte auch völlig falsch sein. Das Entscheidende fehlt zwangsläufig. Frank Zappa sagte einmal: »Über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen.« Was also sollen die armen Musikkritiker tun? Sollen sie eine neue Sprache erfinden, eine musikalischere, eine poetischere? Sollen sie Notenbeispiele geben und Musik­analysen liefern? Oder können sie einfach die Musik ganz weglassen – und irgend­wie nur so drumherum schreiben?

Das PDF enthält alle vier Artikel des Schwerpunktthemas "Musikkritik und Blasmusik":

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