Schwerpunktthema: Die Echoflöte - Bachs Brandenburgisches Konzert in neuem Klanggewand

Einspielungen von Johann Sebastian Bachs Brandenburgischen Konzerten gibt es viele. Das Ensemble Concerto Köln lässt sie mit der neuen CD aber noch einmal in einem ganz neuen Glanz erstrahlen: Nach gründlicher Recherche-Arbeit konnte nämlich die bisher noch ungelöste Frage nach dem Einsatz der Flöte im 4. Brandenburgischen Konzert neu beantwortet werden. Als erstes Orchester verwendet Concerto Köln hier die eigens dafür entwickelte Echoflöte des Schweizer Instrumentenbauers Andreas Schöni.

In den bisherigen Aufnahmen des 4. Brandenburgischen Konzerts werden die von Bach in der Partitur vorgeschriebenen »Fiauti­ d’Echo« meist mit einfachen Altblockflöten besetzt. Der Echoeffekt wird durch eine entsprechende räumliche Aufstellung erzeugt. Das für historische Aufführungspraxis stehende Ensemble Concerto Köln hat gemeinsam mit dem In­strumentenbauer Andreas Schöni aus Bern nun aber noch einmal genauer nachgeforscht.

Der Kontakt zwischen Concerto Köln und Andreas Schöni kam über die Flötistin des Ensembles, Cordula Breuer, zustande. Sie spielt bereits ein Instrument von ihm, beide kennen sich aber auch vom Musizieren. Mit ihr und dem Fagottisten Lorenzo Alpert hatte der auf historische Holzblasinstrumente spezialisierte Andreas Schöni schon längere Zeit Kontakt. Zu einem ersten Treffen in Sachen Echoflöte kam es dann im Herbst 2012. Dabei wurde zunächst einmal überlegt und diskutiert, was man ­machen könnte: »Gemeinsam stellten wir uns die Frage, wie wir für die Neuaufnahme der Brandenburgischen Konzerte in einer anderen Stimmung als gewohnt – nämlich a = 392 Hertz – und möglichst mit den In­strumenten, die Bach auch dafür vor­ge­sehen hat, vorgehen.« 

Problematisch war vor allem immer noch die Frage, was Bach in der Überschrift seines Werks mit Echoflöten gemeint hatte. Es gibt nämlich keine Museumsinstrumente, die man hierfür als Beispiel heran­ziehen könnte. Hinweise liefern Trak­tate des französischen Komponisten und Theoretikers Étienne Loulié aus dem Jahr 1698: »Der Klang der zwei Echo­flöten ist verschieden, weil die eine laut und die andere schwach ist.« Und es gibt im Barock noch Programme aus England von James Paisible, in denen ebenfalls Echoflöten vorkommen.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Auf Zeitreise - Musizieren über Epochen hinweg"

  • 21.10.2014
  • Schwerpunktthema
  • Cornelia Härtl
  • Ausgabe: 11/2014
  • Seite 40-45

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