Schwerpunktthema: "Die Brassband ist wie eine Orgel" - Philip Sparke im Gespräch

  • 23.02.2015
  • Schwerpunktthema
  • Cornelia Härtl
  • Ausgabe: 3/2015
  • Seite 34-35

Philip Sparke ist wohl der bekannteste Komponist zeitgenössischer englischer Blasorchestermusik. Auch in der Brassband-Szene ist er eine feste ­Größe. Wir sprachen mit ihm über das Komponieren, den Umgang mit zwei unterschiedlichen Klangkörpern und die Brassband-Szene.

Herr Sparke, worin unterscheidet sich das Komponieren für Brassband vom Komponieren für Blasorchester?

Ich schreibe tatsächlich unterschiedlich für die beiden Besetzungen. Ich glaube, beim Blasorchester denkt man am besten orchestral, also in den vielen verschiedenen Klangfarben, die sich voneinander abgrenzen, die sich aber auch ergänzen. Die Brassband dagegen ist mehr wie eine Orgel, bei der die Ausgeglichenheit und das Verschmelzen der Klänge wichtiger sind und in der jedes Instrument zu einem kompakten und homogenen Klang beiträgt. Die Brassband hat außerdem eine feststehende Besetzung. Das Komponieren für Blasorchester besteht immer aus einer Reihe von Kompromissen, da die Ensembles stark in Größe und Ausstattung voneinander abweichen.

Was gefällt Ihnen persönlich denn als Musiker beziehungsweise Komponist besser?

Ich spiele zwar nicht mehr, aber ich habe in beiden Besetzungen gerne mitgespielt. Für welche Besetzung ich schreibe, ist mir egal – beides hat Vor- und Nachteile. Den Klang einer Brassband finde ich einfach groß­artig! Blasorchester schwanken sehr stark in Größe und Klang, da ist es schwierig, zu sagen, was einen tollen Blasorchester-Sound ausmacht; dagegen ist es deutlich einfacher, mit einer Brassband einen guten Klang zu erzeugen, und zwar in allen Stufen.

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Die Brassband - Alles Blech oder was?":

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