Schwerpunktthema: Der Kompromiss als Tod der Musik?

  • 24.09.2014
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 10/2014
  • Seite 32-34

Einigen sich zwei Parteien auf ­einen Kompromiss, hat allein das Wort »Kompromiss« immer ­einen positiven wie einen nega­tiven Beigeschmack. Ein Kom­promiss ist zwar einerseits die Lösung eines Konflikts durch gegenseitige freiwillige Über­einkunft, bedeutet jedoch andererseits auch einen Verzicht auf Teile der jeweils gestellten Forderungen. 

Das »Lied vom Kompromiß« von Kurt Tucholsky (die Musik stammt von Hanns Eisler) kennt derweil eher die negative Seite der Medaille, das Jahr 1919 belegt, warum. Der Ausdruck »compromissum« stammt aus der lateinischen Rechtssprache und ist schon bei Cicero belegt. Damals bedeutete dieser, dass streitende Parteien gemeinsam versprechen, sich dem Schiedsspruch eines zuvor als Schiedsrichter angerufenen Dritten zu unterwerfen. Auch heutzutage haben Kompromisse immer auch einen leicht faden Beigeschmack – denn oftmals rückt man von den eigentlichen Wahlprogrammen ab. 

So weit die Politik. Doch wie ist das in der Musik? Gibt es da Kompromisse? Muss es gar welche geben? Sind Kompromisse gut? Oder eher schlecht? Wie sehen Kompromisse aus? Wir haben uns mit zwei Dirigenten über dieses Thema unterhalten: mit Thomas Clamor (Dirigent der Sächsischen Bläserphilharmonie und ehemaliger Trompeter der Berliner Philharmoniker) sowie Christoph Altstaedt (Kapellmeister an der Deutschen Oper am Rhein; im Sommer hatte Altstaedt die musikalische Leitung der jungen norddeutschen philharmonie inne).

Das PDF enthält alle sechs Artikel des Schwerpunktthemas "Der Dirigent - Stummer Klangmagier?"

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