Schwerpunktthema: Bläserisch statt infantil - Anmerkungen zur Blockflöten-Pädagogik

  • 20.09.2013
  • Schwerpunktthema
  • Hans-Jürgen-Schaal
  • Ausgabe: 10/2013
  • Seite 38-39

Die Blockflöte ist noch immer das häufigste AnfängerInstrument – billig, handlich, einfach. Dabei wehren sich Blockflötisten seit langem gegen die De­gradierung ihres Instruments zum »Klangschnuller« für Klein­kinder. Hat die Blockflöten-Päda­gogik noch Zukunft?

In der Musik der Renaissance- und Barockzeit war die Blockflöte das führende Flöten-Instrument. Sie wurde in bis zu 21 Größen hergestellt, dabei in der Bauweise immer wieder verändert und so den aktuellen Klang- und Ensemblepraktiken angepasst. Führende Komponisten wie Monteverdi, Vivaldi, Purcell, Händel und Bach haben auf hohem Niveau für die Blockflöte komponiert: Vivaldi zum Beispiel schrieb mehrere sehr virtuose Konzerte für die Sopran- bzw. Altblockflöte. Es war damals auch üblich, anspruchsvolle Oboen- oder Violinstücke für die Blockflöte zu bearbeiten. Sie wurde als künstlerisch vollwertiges Solo-Instrument behandelt. Doch als die Orchester immer größer wurden, empfand man die Blockflöte zunehmend als zu leise und zu wenig durchdringend im Klang. Dadurch erwuchs ihr eine ernsthafte Konkurrenz in der Querflöte, die durch neue Materialien und Zusatzklappen technisch aufholen konnte.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Musik in der Schule":

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