Schwerpunktthema: Auf die Zähne beißen - Prof. Dr. Götz Methfessel im Gespräch

  • 20.05.2014
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 6/2014
  • Seite 32-35

Jeder Blasmusiker weiß es: Der Mund und das Drum­herum sind für das Musizieren nicht ganz ­unwichtig. Die Vielzahl der Probleme, die dort auftreten können, ist enorm – Zähne, Lippen, ­Kiefer, Muskulatur. Und so weiter. Prominente ­Problemfälle sind etwa Louis Armstrong (Lippe) oder Chet Baker (Zähne). Im Alter kommen die Probleme zwar oft »von allein«, doch je früher ich diesen vorbeuge, desto länger klappt’s auch mit dem Spielen. Deshalb sprachen wir mit Prof. Dr. Götz Methfessel nicht nur über altersbedingte Probleme und Lösungen, sondern über generelle.

Herr Professor Methfessel, wie viele Ihrer Patienten sind Bläser bzw. haben Probleme mit dem Instrument aufgrund ihrer Zähne? 

Professor Dr. Methfessel: Ich schätze, dass diese Fälle etwa 10 bis 20 Prozent der Wochensprechzeit beanspruchten. Allerdings ­traten hier neben Zahnproblemen vorwiegend blasfunktionelle Probleme auf, also Schmerzen beim Instrumentalspiel im Bereich der Ansatzmuskulatur und der Muskulatur des Schultergürtels inklu­sive der Halsmuskulatur. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, die Kausalfaktoren für Konsultationen in der musiker­medizinischen Sprechstunde aufzulisten (siehe Tabelle). Probleme sind etwa craniomandibuläre und craniosacrale Dysfunktionen (CMD/CSD), fokale Dystonien oder myofunktionelle Störungen. Im Rahmen meiner Sprechstunden kam es dann vorwiegend zu manualtherapeutischen, konservierenden und prothetischen Maßnahmen, oralchirurgischen Eingriffen, Anfertigung von Blashilfen sowie zur kieferorthopädischen Beratung und Therapie.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Unruhestand - Musik im Alter":

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