Schwerpunktthema: Alt und geduldet oder reif und wertvoll? Wir können es uns selber aussuchen!

Es wäre so einfach. Die Natur hat für uns vorgesehen, im fortschreitenden Alter immer besser zu werden. Anders ausgedrückt: Weicher und doch klarer, nachgiebiger und doch zielbewusster, besonnener und im Endeffekt doch schneller. Wieso lassen wir uns einreden, nach Über­schreitung der Lebensmitte mehr oder weniger rasant ­ab­zubauen? Weil uns die Werbung einimpft, nur jung sei attraktiv? Alle wollen alt werden – aber niemand will altern.

Ernte einfahren. Endlich dürfen wir mehr Musiker sein als Athleten. Hohe und schnelle Töne sind zwar immer noch gefragt, verlieren aber zusehends ihren Glorienschein – zugunsten eines persönlichen Klangs und einer berührenden musikalischen Ausdruckskraft.

Und genau die will das Publikum von uns hören. Daran müssen wir kontinuierlich arbeiten. Verlassen wir uns nur auf das, was wir schon haben, ge­hören wir schon bald zum ­alten Eisen.

Use it or loose it

Können wir bis ins hohe ­Alter überzeugend vor ­Publikum spielen? Und wenn, wie stellen wir das an? Neben der notwendigen Bereitschaft, ein Leben lang an uns zu arbeiten, gibt die Gehirnforschung einen weiteren wichtigen Hinweis: Wie unser Gehirn im Alter agiert und lernt, hängt im Wesent­lichen davon ab, wie es mit etwa 20 Jahren fertig angelegt war. Machen Sie den Selbsttest: Wie neugierig, hell und aufgeweckt waren Sie mit 20 Lenzen? Und jetzt – haben Sie noch Träume, Wünsche und neue Ziele? Ihr Gehirn hat sich zumindest von seinem Potenzial her bis heute kaum verändert, sagt der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Lernen - Ein Leben lang. Aber wie?":

  • 17.04.2013
  • Schwerpunktthema
  • Stefan Dünser
  • Ausgabe: 5/2013
  • Seite 28-29

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