schlacht auf dem marsfeld - adolphe sax

INTRODUKTION. Schnell wechselnde Bilder und Töne von Saxofonisten verschiedener Stile, angeordnet in umgekehrter historischer Reihenfolge. Die eingeblendeten Jahreszahlen laufen rückwärts. Im 19. Jahrhundert wechseln die Beispiele langsamer, Pausen entstehen. Um 1840 verstummt das Saxofon ganz. Die Jahreszahlen laufen tonlos weiter bis . . .

WATERLOO 1815. Dämmerlicht nach der Schlacht. Man erkennt Umrisse toter Soldaten und Pferde. Rauch steigt auf. DINANT 1815. Einige Musiker beim privaten Konzertieren. Nach dem letzten Takt kommt Heiterkeit auf, die Musiker packen zusammen. Sax’ Vater (24) betrachtet nachdenklich seine Klarinette. Musiker 1: Charles, was trödelst du? Wir wollen zur Wirtschaft! Oder hast du heute keinen Durst? Sax sr.: Sie klang wieder grässlich, findest du nicht? Ich glaube, ich weiß, woran es liegt. Die Bohrung ist nicht ideal. Musiker 1: Du bist Architekt, kein Instrumentenbauer. Sax sr.: Glaub mir, ich versteh was davon, wie man Holz bohrt. Ich arbeite lange genug als Kunstschreiner. Jedenfalls diese Woche noch. Musiker 2: Was heißt »diese Woche noch«? Musiker 1: Die Schreinerei soll geschlossen werden. Sax sr.: Der Fabrikant geht zurück nach Frankreich. Ich werde mir wohl eine neue Arbeit suchen müssen. Musiker 2: Merde. Die Franzosen verlieren den Krieg, aber wir Belgier sind die Dummen. Wisst ihrs schon: Wir werden jetzt alle Holländer. Das kann heiter werden. Musiker 1: Charles, schau mal wer da kommt! Musiker 2: Ah, der Stammhalter! Bon soir, madame!

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 1/2006
  • Seite 28-32

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