Schallreflektor für Trompete: Der Sound-Assist 2 von Jericho

Brass Innovations Germany ist genau das, was der Name erahnen lässt: innovativ. Unter dem Brandnamen "Jericho" gibt es Lippen-Expander, Lippenhanteln, Mundstangensets. Das hat auch etwas von Daniel Düsentrieb, der in seinem Labor auch immer die neuesten und abgefahrensten Erfindungen kreiert. Unter Mitarbeit von Malte Burba ist dem Tüftler Helmut Engelmann auch der Sound Assist eingefallen.

Was ist neu?

Der Jericho Sound Assist 2 ist der Nachfolger des "Ur-Sound-Assists". Von dem hieß es einst, dass es sich mit ihm so anfühle, "als ob Sie plötzlich vorne Ohren hätten". Der Sound Assist 2 ist damit sozusagen der Fortschritt des Fortschritts.

In die neue Version sind zahlreiche Erfahrungen der Spielpraxis eingeflossen. Geändert wurden unter anderem der Aufhängemechanismus, der nun für die meisten gängigen Schallbechergrößen passend ist, die Schall-Reflexionswinkel wurden verbessert. Außerdem wurde die Beschichtung überarbeitet. Die sandgestrahlte Oberfläche sorgt dafür, dass die Frequenzen nicht  mehr "blechern" zurückkommen, was die Soundkontrolle verbessern soll.

Und was bringt der Sound Assist? Wie wirkt er? Wir haben den Test gemacht.

Handhabung

Die Befestigung ist kinderleicht, genau wie der Hersteller verspricht: Die Montage ist denkbar einfach dank der "Easy-Click"-Federstabbefestigung. Damit passt der Sound Assist auf alle gängigen Trompeten. Ausprobiert haben wir es mit Bb, deutscher Bb/C/etc., C, D/Es und auch der ventillosen Barocktrompete. Das Gewicht spielt dabei schlicht überhaupt keine Rolle, so leicht ist der Sound Assist.

Der erste Eindruck überrascht zunächst, weil man mit einer deutlich höheren Lautstärke konfrontiert wird. Doch sofort ist man angenehm überrascht, da sich bereits nach kurzer Zeit ein sehr gutes Spielgefühl einstellt.

Wirkung

In der Tat: Man sammelt eine neue Hörerfahrung! Der Spieler hört sich besser! Durch die Schallreflexion erhält man eine verbesserte Wahrnehmung des eigenen Klangs. Der Effekt davon ist der, dass eine erhöhte Klangkontrolle oder Anstoßkontrolle möglich ist.

Die Schallwellenrückkopplung macht die Arbeit der Lippen leichter – ähnlich einer Monitorbox oder in einem halligen Raum (zum Beispiel in einer Kirche). Dadurch wird man raumunabhängiger. Nach einiger Zeit spielt man mit weniger Aufwand und optimiert sein Spiel:

Geschicklichkeit verbessert sich – Kraftaufwand wird weniger. Langfristig ist man also insgesamt besser aufgestellt und der Sound Assist ruft angenehme Nebeneffekte hervor wie beispielsweise die bessere Ausdauer.

Doch natürlich birgt solch ein Fortschritt auch ein Risiko: Spielt man mit dem Sound Assist, besteht die Gefahr, dass man sich verrückt macht, sollte man feststellen, dass der Klang nicht so ist wie erhofft oder erwünscht.

Auch gilt zu bedenken, dass der Klang zu rauschen scheint, was aber in der Regel darauf zurückzuführen ist, dass man die Luft strömen hört – und das ist eben nicht ganz geräuschlos. Deshalb der Tipp: Eine positive Einstellung ist unabdingbar und eine gewisse Schatzsuchermentalität erforderlich!

Auch auf der Bühne?

Spielt man viel im Rock/Pop, im Jazzbereich oder ganz allgemein im Unterhaltungsgeschäft, kennt man das Problem: Man hört sich aus verschiedensten Gründen schlecht. Anstatt nun die Reflexion über eine Monitorbox, den Notenständer oder eine Plexiglasscheibe zu verbessern, kann man das meines Erachtens deutlich zuverlässiger – weil direkt am Schallstück befestigt – mit dem Jericho Sound Assist 2 bewerkstelligen.

Als Nachteil könnte man hier die Optik anführen. Und natürlich ist der Einsatz von Dämpfern nicht möglich. Klassischen Trompetern stellt sich dieses Problem vermutlich eher selten, da man doch meistens in akustisch guten Räumen konzertiert.

Fazit

Der Sound Assist 2 ist sehr zu empfehlen, da mit wenig Aufwand gute Verbesserungen der Wahrnehmung und Geschicklichkeit erzielt werden können, die einem das Trompeterleben mittel- bis langfristig erleichtern können.

www.brass-innovation.de

  • 14.12.2017
  • Test
  • Daniel Ackermann
  • Ausgabe: 12/2017
  • Seite 18-19

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