Schätzt du noch oder hörst du schon? - Der Harmony Director HD-200 von Yamaha

  • 20.03.2012
  • Test
  • Timor Oliver Chadik
  • Ausgabe: 4/2012
  • Seite 54-57

Wer kennt die Situation nicht in einer seiner Orchester­proben? Ein Durakkord im tiefen Blech, etwa im Posaunensatz, will einfach nicht so richtig zum »Stimmen« gebracht werden. Wie also nun vorgehen?

Als einer von mehreren möglichen Lösungswegen nimmt der Dirigent den Akkord auseinander und lässt die einzelnen Musiker nacheinander spielen. Zuerst der 3. Posaunist mit dem Grundton, danach der 2. Posaunist mit der Quinte. Bis hierher funktioniert es in der Regel relativ gut und man bekommt ein Intervall fast ohne die für uns »störenden« Schwebungen hin. Setzt jedoch nun der 1. Posaunist mit der Durterz zu der liegenden Quinte seiner beiden Kollegen ein, beginnt oft an der Stelle das große Raten und Schätzen. »Die Durterz ist immer zu hoch« hört man meist den Dirigenten in der Probe diese allseits bekannte Regel sagen. Aber um wieviel genau, stellt sich da die Frage für den Musiker? Wann intoniere ich richtig und wann ist meine gespielte Terz wirklich tief genug? Entweder probiert es der Musiker selber aus und korrigiert seinen Ton, bis alle Schwebungen für ihn nahezu verschwunden sind, oder er bekommt durch verbales und gestisches Korrigieren des Dirigenten von vorne eine Richtung vorgegeben. Spielt man nun diesen stimmigen Akkord nach einiger Zeit wieder an, ergeben sich oft dieselben Probleme in der Intonation erneut wieder.

Betrachten wir zuerst die Probenarbeit im Allgemeinen. Folgende Parameter werden in der Probe vom Dirigenten und dem Orchester zusammen erarbeitet: Zusammenspiel und Rhythmik, Dynamik, Phrasierung, Klang und Balance, Into­nation. Diese Reihenfolge ist hierbei sehr bewusst gewählt, spiegelt sie ­zugleich die schwerpunktmäßige Verteilung der einzelnen Punkte im Arbeitsprozess wieder. Das schnellste und auditiv signifikanteste Ergebnis erzielt man als Dirigent mit der Arbeit am perfekten Zusammenspiel aller Musiker in Kombination mit einer exakt ausgeführten Rhythmik. Zusammenspiel und Rhythmik bilden folglich die Basis, an die sich die weiteren Parameter anschließen. Um zu verstehen, warum die Intonation als letztes Element in der Probenarbeit hinzukommt, müssen wir den Aspekt nach der Vorgehensweise beim Üben und Proben näher betrachten.

Sowohl in der Orchesterprobe als auch im Instrumentalunterricht erzielt man die besten und schnellsten Ergebnisse durch das Prinzip des Vorgebens und Vorspielens auf der einen und des aktiven Wahrnehmens, Hörens und Aufnehmens auf der anderen Seite. Der Instrumentallehrer gibt dem Musiker durch sein eigenes Spiel ein klangliches Vorbild in Tongebung und Tonkultur. Rhythmische Probleme können beim Üben mit einem Metronom klar konkretisiert und verbessert werden. Die Phrasierung und Gestaltung einer Melodie wird zum Beispiel durch Vorsingen und Anzeigen des Dirigenten festgelegt. Allen drei genannten Punkten ist gemein, dass sie dem Musiker eine klare Vorstellung vermitteln, eine klare »rechte und linke Grenze« aufzeigen und ihm ein musikalisches Raster an die Hand geben, in das der Musiker sich und sein Musizieren auch ohne den Lehrer und Dirigenten einordnen kann. Dieses funktioniert bei der Arbeit an der Intonation jedoch nicht, weshalb auch keine für den Musiker konkreten Vorstellungen vermittelt werden können. Der Musiker kann nur mit anderen zusammen Into­na­tion trainieren, ein individuelles Üben mithilfe des Klaviers ist zum Beispiel aufgrund der verschiedenen Stimmungen der Instrumente nicht praktikabel. Das Prinzip des Vorspielens, Aufnehmens und Nachspielens kann also mit einem temperierten Tasteninstrument nicht greifen, da im Orchester eine reine Intonation der Akkorde angestrebt wird und das Ohr des Musikers in dieser reinen Stimmung geübt werden soll. Bisher hatten die Dirigenten und Orchester keine Möglichkeit, einen rein gestimmten Durakkord zu hören und sich an diesem als klangliches Vorbild zu orientieren.

Historie des Harmony Director

Eine Lösung für den Dirigenten und die Orchester, um die Arbeit an der Intonation zu vertiefen, ist der Harmony Director von Yamaha. Der Harmony Director (HD) wurde von Prof. Ozawa in enger Zusammen­arbeit mit Yamaha entwickelt. Intention für die Entwicklung des Harmony Director war es, dem Dirigenten ein Hilfsmittel für die Orchestererziehung an die Hand zu geben, mit dem er das Zusammenspiel und die Into­na­tion seines Orchesters verbessern kann. 1984 kam der HD-81 in Japan auf den Markt, 1998 der HD-100, der heutzutage noch in vielen Schulen Japans in Verwendung ist. 2007 wurde der HD-200 in Japan und anschließend in Amerika veröffentlicht. 2011 erfolgte der europäische Release des aktuellen Modells HD-200 A auf der Internationalen Musikmesse in Frankfurt. Die Dirigenten und Orchester in Deutschland und Europa profitieren folglich von der Erfahrung und der Entwicklung der Orchestererziehung in Japan und ­Amerika, die vor 28 Jahren mit dem HD-81 begonnen hat.

Theoretische Überlegungen

Der Harmony Director arbeitet mit zwei Stimmungen: Der Gleichstufigen Stimmung und der Reinen Stimmung.

Reine Stimmung:
Die Reine Stimmung setzt sich aus Intervallen zusammen, die durch ganzzahlige Frequenzverhältnisse dargestellt und beschrieben werden. Die reine Prime hat das Frequenzverhältnis 1:1, die reine Oktave 1:2, die reine Quinte 2:3, die reine Quarte 3:4, die große Terz 4:5, die große Sexte 3:5, die große Sekunde 8:9 und die große Septime 8:15. Alle diese Intervalle erklingen rein und haben somit keine Schwebungen im Klang. Die Reine Stimmung hat sich in der Musikgeschichte mit Aufkommen der Mehrstimmigkeit durchgesetzt, besitzt jedoch gerade bei den Tasteninstrumenten und Instrumenten mit Bünden eine erheb­liche Einschränkung im harmonischen Tonvorrat und somit in den zur Verfügung stehen­den Tonarten und Akkorden eines Werkes. Die Reine Stimmung ist immer auf ein tonales Zentrum fixiert, zum Beispiel C-Dur. Alle Tonarten und Akkorde, die im Quintenzirkel C-Dur sehr nahe sind, klingen ganz oder annähernd rein. Je weiter man sich jedoch von der Ursprungstonart C-Dur entfernt, desto verstimmter werden die Akkorde. Ges-Dur in der tonalen Umgebung von C-Dur ist ein wahres »Erlebnis«, welches durch den Harmony Director äußerst anschaulich dargestellt werden kann. Es war daher nur sehr eingeschränkt möglich, auf den Tasteninstrumenten Werke mit unterschiedlichen Tonarten zu komponieren, ohne das Instrument zwischen den Werken und Sätzen neu zu stimmen. Daher experimentierten die Komponisten und die Musiker mit verschiedenen Stimmungen, um dieses akustische Problem zu lösen. Es entstanden im Laufe der Musikgeschichte verschiedene Temperierte Stimmungen, aus denen sich am Ende die Gleichstufige Stimmung in der Musikpraxis durchsetzte.

Gleichstufige Stimmung:
In der Gleichstufigen Stimmung wird jeder Halbton in 100 Schritte unterteilt und besitzt somit den Wert von 100 Cent. Diese Maßeinheit leitet sich aus dem Lateinischen Centum = Hundert ab. Somit besitzt die Oktave mit ihren 12 Halbtonschritten 1200 Cent. Das einzige Intervall, das in der Gleichstufigen Stimmung rein erklingt, ist die Oktave. Alle anderen Intervalle erklingen im Vergleich zu den Intervallen der Reinen Stimmung minimal leicht »verstimmt«. Dies hat den Vorteil, dass alle Tonarten uneingeschränkt ohne erneutes Stimmen des Instruments verwendbar sind.

Gesamtübersicht der Funktionen des HD-200 A

Der HD-200 A sieht optisch aus wie ein ­Keyboard, ist jedoch keines. Daher wird er bei Yamaha auch über die Abteilung »Blech- und Holzblasinstrumente« angeboten und vertrieben. Er soll den Diri­genten bei der Arbeit mit dem Orchester unterstützen und nicht als Instrument zur Aufführung und zum Konzertieren verwendet werden.

Der HD-200 A hat 49 Tasten mit Anschlagsdynamik und an der Rückseite folgende Anschlüsse: 

  • Buchse CD IN 12V
  • Fußreglerbuchse (Standard-Stereoklinkenbuchse)
  • Ausgangsbuchse(Standard-Monoklinkenbuchse)
  • Kopfhörerbuchse (Standard-Stereoklinkenbuchse)

Die Bedienelemente des HD-200 A sind in drei Bereiche aufgeteilt. Ganz links befindet sich der VOICE-Bereich, in dem die klanglichen Einstellungen vorgenommen werden können. In der Mitte des HD-200 A, sozusagen das Herzstück des Geräts, ist der HARMONY-Bereich zu finden. In diesem Bereich lassen sich alle Parameter die Stimmungen betreffend justieren. Der rechte ist der METRONOME-Bereich.

VOICE

Mit den Schiebereglern auf der linken Seite lässt sich bei Bedarf der Klang des HD-200 A verändern. Man kann wählen, ob der Ton zum Beispiel am Ende abrupt oder langsam verklingen soll. Über die zehn Tasten auf der rechten Seite kann man die verschiedenen Klänge auswählen. Hierbei eine Anmerkung: Der HD-200 A erzeugt einen Monoklang. Man hat bei der Entwicklung des Gerätes bewusst den Schwerpunkt auf die 0,1-Cent-genaue klangliche Darstellung der Intonation gelegt. Daraus resultiert, dass man bei der Klangqualität der einzelnen Sounds Kompromisse eingehen muss, da beides aus technischer Sicht nicht mit­einander kombinierbar ist. Wie oben erwähnt, ist der HD-200 A nicht als Instrument zum Konzertieren konzipiert. Generell lässt sich in der Praxis feststellen, dass der Dirigent beide erwähnten Bereiche am wenigsten nutzen wird.

Eine Funktion im VOICE-Bereich ist jedoch für die Probe mit dem HD-200 A sehr wichtig und hilfreich. Unterhalb der zehn Tasten für die Sounds ist die HOLD-Funktion zu finden. Diese wird durch Drücken der Taste aktiviert und leuchtet wie auf dem Bild zu sehen in eingeschaltetem Zustand orange auf. Spielt man auf dem Gerät einen Es-Dur-Akkord und drückt danach sofort die HOLD-Taste, kann man die Tasten loslassen und der HD-200 A spielt diesen Akkord weiter. Man hat als Dirigent wieder beide Hände frei und kann sich etwa beim Einstimmen frei im Raum bewegen. Spielt man bei aktivierter HOLD-Funktion nun einen neuen Akkord, so wechselt das Gerät vom alten Es-Dur-Akkord zum neu angeschlagenen G-Dur.

HARMONY

Im HARMONY-Bereich lassen sich auf einfachste Weise alle Einstellungen zum Thema Stimmungen und Intonation einstellen. Betrachten wir einige ausgewählte Funk­tionen etwas ausführlicher:

Oben links sind die TRANSPOSE-Tasten zu finden. Anhand dieser Tasten lässt sich ein Akkord oder eine Melodie ganz einfach für die entsprechenden Instrumente transponieren. Der Vorteil ist, dass der Dirigent die Stimme wie in der Partitur notiert spielen kann, ohne selber vorher im Kopf transponieren zu müssen. Dieses ist zum Beispiel bei Akkorden in den Hörnern eine große Vereinfachung. Die wichtigsten Transpositionen sind direkt über die vier Funktionstasten anzuwählen: C, B, Es, F. Über diese vier Transpositionen hinaus kann man alle anderen frei wählen. Hierzu drückt man die TRANSPOSE-Taste rechts neben dem großen Display in der Mitte, danach wählt man auf der kleinen Tastatur direkt unter dem Display die Note Cis aus und kann auf diese Weise eine Pikkolostimme in Des abspielen und transponieren. Welche Transposition gewählt ist, kann man oben links im Display ablesen. Auf dem Bild haben wir die Transposition »C (0)« gewählt.

Über die Funktion STANDARD PITCH rechts neben dem Display kann der Dirigent die Grundstimmung des HD-200 A festlegen. Dieses geschieht wahlweise über die entsprechenden Funktionstasten entweder in Hz oder in CENT, wobei sich in der Praxis die Angabe in Hz anbietet. Alle Einstellungen am HD-200 A lassen sich über das Datenrad DATA ENTRY auf der rechten Seite festlegen. Für die Eingabe beispielsweise der Grundstimmung drückt man die Funktionstaste Hz und dreht anschließend am Datenrad, bis man den gewünschten Wert erreicht hat. Dieser ist auf der rechten Seite des Displays abzulesen, hier »440,0 Hz«. Der HD-200 A speichert die zuletzt gewählte Einstellung ab, sodass diese beim erneuten Anschalten wieder abrufbar ist.

In der Reihe unterhalb der Funktionstasten zur Transposition befinden sich die Tasten zur Wahl der verschiedenen Stimmungen. Von links nach rechts sind folgende Tasten zu finden:

  • EQUAL TEMPERED – gleichstufig
  • PURE TEMPERED MAJOR – reines Dur
  • PURE TEMPERED MINOR – reines Moll

Mithilfe dieser Funktionen lässt sich der Unterschied zwischen einer gleichstufigen und einer reinen Intonation per einfachen Knopfdruck am eindruckvollsten hörbar demonstrieren. Wählt man die Funktionstaste EQUAL TEMPERED und spielt zum Beispiel einen A-Dur-Akkord, so erklingt dieser in Gleichstufiger Stimmung mit relativ vielen Schwebungen. Wechselt man nun durch Drücken der Taste PURE TEMPERED MAJOR in die Reine Stimmung, ist das Ergebnis sehr offensichtlich. Die Schwebungen sind mit einem Mal verschwunden, der Akkord klingt viel ruhiger und reiner. Wenn man einen solchen reinen Akkord zum ersten Mal auf dem HD-200 A hört, so ist man zuerst überrascht, wie »fremd« einem dieser Klang vorkommt. Durch das ständige Intonieren in der Gleichstufigen Stimmung, zum Beispiel beim Klavierspiel oder beim Orchesterspiel mit den dazugehörenden und immerwährenden Schwebungen im Klang, hat man das Gefühl und somit das innere Ohr für die Reine Stimmung anscheinend fast vollkommen verloren.

Betrachtet man nun das Display in der Mitte des HD-200 A, stellt man fest, dass sich die Werte mit Wechsel der beiden Stimmungen für jede einzelne Note verändern. In der Gleichstufigen Stimmung erscheint im Display bei jeder Note der Wert 0,0 Cent. Wechselt man nun in die Reine Stimmung, wird jeder einzelne Ton des Akkordes und der Tonleiter um einen bestimmten Wert entsprechend erhöht oder er­niedrigt. Diese Veränderung wird nun im Display in Relation zur Gleichstufigen Stimmung angezeigt. In unserem Beispiel wird der Ton D als Terz des B-Dur um 13,7 Cent erniedrigt und der Ton F als Quinte um 2 Cent erhöht.

Mithilfe der beiden Tasten VOLUME und PITCH, die sich links neben dem Display und unterhalb der Funktionstasten für die Stimmungen befinden, kann jeder einzelne Ton in einem Akkord in Lautstärke und Höhe individuell verändert werden. Dies ist hilfreich, wenn man einen Akkord im Tiefen Blech ausstimmen will und den Grundton und die Quinte in den Vordergrund des Akkordes holen möchte, ohne ganz auf die Terz zu verzichten. Diese kann man mit­hilfe der VOLUME-Taste dynamisch leiser erklingen lassen.

Der HD-200 A erkennt selbstständig die gespielten Akkorde und zeigt jeweils den Grundton und das Tongeschlecht links oben im Display an, in unserem Beispiel »B-Dur«. Man kann diese Funktion mit­hilfe der Tasten MANUAL und AUTO, die sich rechts neben dem Display und unterhalb der Tasten für die Grundstimmung befinden, jederzeit verändern.

METRONOME

Um den Dirigenten in der Arbeit mit dem Orchester zu unterstützen, ist neben dem oben beschriebenen HARMONY-Bereich auch ein METRONOME-Bereich integriert, der das Orchester vor allem im präzisen Zusammenspiel trainieren soll. Mit der START/STOP-Taste, die weiß unterlegt in der Mitte des METRONOME-Bereichs zu finden ist, wird das Metronom gestartet.

Mithilfe der fünf Schieberegler ACCENT (Klick jeweils auf der 1 des Taktes), VIERTEL, ACHTEL, TRIOLEN und SECHZEHNTEL lassen sich die verschiedenen Notenwerte stufenlos in der Lautstärke miteinander kombinieren. Es ist folglich möglich, die VIERTEL laut durchlaufen zu lassen und die ACHTEL und SECHSZEHNTEL nur ganz leise unterstützend einzubringen. Durch Drücken der QUARTERTRIPLET-Taste schaltet der HD-200 A von Achteltriolen auf Vierteltriolen um.

Im Display auf der linken Seite des METRONOME-Bereichs kann man das Tempo ablesen, in unserem Fall 120 Schläge in der Minute. In der Zeile darunter ist der Takt abzulesen, hier ein ³/₄-Takt. Das Tempo kann man zum einen über das Datenrad DATA ENTRY bestimmen, wobei sich der Wert im Display verändert. Zum anderen über die Taste TAP TEMPO, die sich in der Mitte des METRONOME-Bereichs befindet und in unserem Fall bereits aktiviert ist.

Mithilfe der Taste TAP TEMPO ist es möglich, ein Tempo vorzugeben, ohne die genaue Metronomzahl zu kennen. Dies ist vergleichbar mit dem Vorzählen in der Orchesterprobe. Der HD-200 A erkennt das vorgezählte Tempo und setzt dieses um. Dazu aktiviert man zuerst die Tap-Funk­tion durch Drücken der Taste TAP TEMPO. Diese leuchtet dann orange auf. Nun gibt man über die ganz rechts liegende weiße Klaviertaste des Tones C, die auch mit Tap Tempo bezeichnet ist, drei Schläge (Taps) durch Drücken der Klaviertaste vor. Diese Taps sind im Grunde genommen die fik­tiven Zählzeiten Eins, Zwei und Drei in einem ⁴/₄-Takt. Den jetzt noch fehlenden vierten Schlag im Takt ergänzt der HD-200 A, ohne jedoch einen weiteren Klick zu spielen und errechnet aus dem Abstand der drei vorgegebenen Taps das Tempo. Eine äußerst hilfreiche Funktion, um zum Beispiel mit den Holzbläsern unter Ein­be­ziehung eines »Orchestermetronoms« eine technisch anspruchsvolle Passage zu üben und das Tempo hierbei allmählich steigern zu können.

Eine weitere, sehr hilfreiche Funktion ist das Programmieren von bis zu acht un­regel­mäßigen und zusammengesetzten Takt­arten und Taktwechsel. Denken wir zum Beispiel an die bekannte und rhythmisch herausfordernde Stelle in den »Armenian Dances Part 1« von Alfred Reed, an der sich die Aufteilung des ⁵/₈-Taktes laufend ändert. Mithilfe des HD-200 A lässt sich diese Passage unter Zuhilfenahme des Metronoms gut im Zusammenspiel üben. Der­gestalt lassen sich auch komplizierte und zusammengesetzte bulgarische Tanzrhythmen einprogrammieren und verwenden.

Über die MEMORY-Funktion des HD-200 A kann man bis zu acht verschiedene Metronomeinstellungen programmieren und abspeichern. Diese sind mit einem einfachen Knopfdruck in der Probe jederzeit abrufbar. Der Dirigent kann sich also bei der Vorbereitung der Probe rhythmisch schwierige Stellen in der Partitur heraussuchen und diese im HD-200 A speichern. Durch das einfache Bedienen ist der Probenfluss auch mit der Verwendung des HD-200 A jederzeit gegeben.z

In der Mai-Ausgabe der CLARINO schreibt Timor Oliver Chadik über die Anwendbarkeit des HD-200 A in einer Orchesterprobe, die Bandbreite und verschiedene Einsatzbereiche.

 

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