Saxofonist Ben Kraef - hat noch keinen Taxi-Führerschein

  • 21.09.2011
  • Jazz
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 6/2011
  • Seite 42-43

Von New York bis nach Berlin sind es rund 6400 Kilometer Luftlinie. Nicht, dass der Saxo­fonist Ben Kraef das schon genauer abgemessen hätte, doch diesen Weg von Big Apple in die deutsche Hauptstadt hat er schon das ein oder andere Mal absolviert. »Und in Zukunft werde ich sicherlich noch öfters pendeln«, vermutet er. Seine aktuelle CD, die er gemeinsam mit dem Pianisten Rainer Böhm und zwei echten New Yorkern aufgenommen hat, heißt schon mal »Berlin – New York«. 6400 Kilometer in etwa einer Stunde…Schon der große Entertainer Frank Sinatra wusste: »If I can make it there, I’ll make it anywhere!« »Ol’Blue Eyes« hatte dabei New York im Sinn und auch heute noch übt die Stadt an der Ostküste der Vereinigten Staaten eine große Anziehungskraft auf Künstler jedweden Genres aus. Das ist es auch, was den Saxofonisten Ben Kraef fasziniert. »New York beherbergt Menschen aus allen Teilen der Welt. Hier herrscht ein wahnsinniges Gewusel. Und vor allem existieren hier eben dadurch nicht nur Jazz, sondern viele Genres nebeneinander.« Dabei geht es noch nicht einmal darum, dass man am Hudson River »Top of the list« ist, wie Sinatra einst sang, sondern dass Jazz, kubanische Musik, Balkanklänge und vieles mehr voneinander profitieren – die Stile entfalten sich, zehren voneinander und befruchten sich gegenseitig. »Der Amerikaner« existiert in New York eigentlich nicht. New York ist geprägt von den vielen Einwanderern und »sehr aufgeschlossenen Menschen. Ich habe keine intoleranten Menschen kennengelernt«, erzählt der Musiker.

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