sax sells... - werbung entdeckt blasinstrumente

Lasziv räkelt sich die Blondine – spärlich bekleidet und einen Drink in der Hand – auf einem goldenen Riesensaxofon. Es wird hier nicht ganz klar, welches Motiv als Blickfang beabsichtigt ist – die Frau oder das Instrument? Für welches Produkt ist diese Werbung eigentlich gemacht? Für ein Erfrischungsgetränk? Für einen Bademodenhersteller? Für das Instrument? Nichts dergleichen – für »Life Radio Oberösterreich«, einen Radiosender. Fachfremde Werbung nennt man es, wenn das entscheidende Produkt nicht direkt beworben wird bzw. wenn man mit Motiven wirbt, die in erster Linie nichts mit dem eigentlichen Produkt zu tun haben. Und wenn man sich die Werbelandschaft so anschaut, scheint diese Strategie mit Blasinstrumenten recht gut zu funktionieren. Das eigentliche Motto lautet aber wohl: Sax sells.

Was macht das Saxofon so attraktiv für die Werbung? Ist es die Tatsache, dass dieses Instrument Genre übergreifend einsetzbar bzw. in jedem Musikstil etabliert ist – also nicht nur im sinfonischen Blasorchester, sondern vor allem im Jazz, im Rock, im Bigband-Bereich? Sicher haben sich hier auch die Posaunen und Trompeten in den Vordergrund gespielt, doch das Saxofon ist den anderen Instrumenten in Sachen Popularität doch um einiges voraus.

 

  • 21.09.2011
  • Mainstory
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 2/2004
  • Seite 30-33

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