Sarah Willis - Über das Üben, YouTube und Darth Vader

  • 28.01.2015
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 2/2015
  • Seite 46-49

»Sarah ist eine Göttin«, schreibt ein Fan. »Sie hat das stereotype Bild beseitigt, wonach ein Hornspieler ein zurückgezogener Nerd ist, der in seinem Leben nichts ­anderes Tut als zu üben.« Nun, Vielleicht war das damals so. Heute – spätestens seit November – ist Horn das coolste Instrument überhaupt. Denn Jogi Löw spielt Horn. »Gibt es was cooleres?« Sarah Willis lacht. Sie ­hatte den Bundestrainer und dessen Team beim Bundespräsidenten getroffen.

Es gibt ja diese Phänomene: Lehrerkinder stehen im schulischen Bereich immer unter besonderer Beobachtung. Wie ist das bei Journalistenkindern? Wird die Tochter da besonders kritisch beäugt? Schließlich ist die Mutter von Sarah Willis eine angesehene Ballettkritikerin und der Vater war ein einflussreicher internationaler Korrespondent. »Nein«, meint Sarah Willis, »meine Eltern waren überhaupt nicht kritisch. Sie haben mich immer unterstützt.« Auch als die anderen schulischen Leistungen unter dem Enthusiasmus der Musik zu leiden drohten, wurde die junge Sarah – die mit 14 Jahren erst verhältnismäßig spät zu ihrem Instrument kam – nie gezwungen, damit aufzuhören.

Andersherum hat sich der Beruf der Eltern positiv auf Sarah Willis ausgewirkt. »Mein Vater war ein Super-Interviewer. Er war überaus kommunikativ«, erzählt sie. Viele Gespräche haben bei den Willis’ zu Hause stattgefunden, womit die Hornistin ihre heutige Kommunikationsfreudigkeit erklärt. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie ohne Punkt und Komma redet, doch egal, ob es sich um berufliche Interviews oder private Unterhaltungen handelt, ein gewisses Mitteilungsbedürfnis ist ihr nicht abzusprechen. Dabei fragt sie aber genauso gern, wie sie gefragt wird. Ihre zweite Leidenschaft neben der Musik gilt den neuen Medien: YouTube, Facebook, Google...<xml></xml>

« zurück