rolls-royce unter den saxofonen - zu gast bei familie selmer in paris

Voll, weich, schwingend – absolut neu sei der Klang, schwärmte einst der Komponist Hector Berlioz, als er zum ersten Mal ein Saxofon hörte. Doch im Sinfonieorchester fand das Instrument keinen festen Platz. 20 Jahre nach dem Tod seines Erfinders trat das Saxofon als Jazz-Instrument seinen Siegeszug an. Unter den Herstellern zählt seit vielen Jahrzehnten »Henri Selmer und Compagnie« weltweit zu den ersten Adressen für Saxofone im Profibereich. Gilt das Familienunternehmen doch quasi als Nachfolger des Erfinders Adolphe Sax. Selmer ist bis heute ein Familienunternehmen geblieben. Beate Weides hat die Werkstätten der Selmer-Familie bei Paris besucht.

Für einen modernen Industriebetrieb im 21. Jahrhundert ist das ein ungewohnter Anblick. Dutzende von Männern hämmern und klopfen an Werkbänken auf Metallstücken. In großen Gitterkörben zum Gang hin türmen sich bearbeitete Teile. Für den Laien kaum vorstellbar, dass aus diesen stumpfen und scheinbar verbeulten Messingteilen einmal ein Tenor- oder Altsaxofon entstehen soll. Hier in der Schmiede ist noch fast so viel Handarbeit gefragt wie in den frühen 2oer-Jahren, als Henri Selmer mit 50 Mitarbeitern das erste Selmer-Saxofon Modell 22 baute.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Beate Weides
  • Ausgabe: 1/2006
  • Seite 54-56

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