rico rodriguez - der grandseigneur der reggaeposaune

1948 schwappte die erste Welle westindischer Einwanderer nach Großbritannien, darunter der jamaikanische Trompeter Dizzy Reece, der für viele weitere Musiker aus der Karibik vor allem in der Jazz-Szene den Boden bereitete. Mitte der 50er Jahre machte sich der jamaikanische DJ Duke Vin im Londoner Stadtteil Ladbroke Grove mit einem ersten Soundsystem auf englischem Boden breit. Eine größere Welle einwandernder westindischer Musiker ergoss sich Anfang der 60er Jahre an britische Gestade. 1961 verließ ein Mann namens Emmanuel »Rico« Rodriguez das Schiff aus Jamaika, in der Hand einen Posaunenkoffer.

Zurück nach Jamaika. Die »Alpha Boy School« ist eine legendäre Institution in der Geschichte der jamaikanischen Musik. Die »Barmherzigen Schwestern« gründeten 1882 eine Schule für verwahrloste und schwer erziehbare Jugendliche, die »Alpha Cottage School«, die aber jeder »Alpha Boy School« nannte. Mit den Jahren wurde sie eine Art Kaderschmiede für Topmusiker aus Jamaika. Wegweisend war dabei die musikalische Erziehung von Schwester Mary Ignatius Davies, besser bekannt als Schwester Iggy (sie starb 2003 81-jährig). Unter ihrer Aegide brachte die Schule Musiker wie die Trompeter Dizzy Reece, Johnny Moore und Sonny Bradshaw, den Altsaxofonisten Joe Harriott, den Tenorsaxofonisten Cedric Brooks, die Saxofonisten Tommy McCook und Lester Stirling und nicht zuletzt den Posaunisten Don Drummond hervor.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Franz X.A. Zipperer
  • Ausgabe: 1/2005
  • Seite 24-25

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