Requiem voor de Mens von Rob Goorhuis

  • 19.02.2013
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 3/2013
  • Seite 58-61

»Requiem voor de Mens« (Requiem für den Menschen) ist ein viersätziges Werk für Blas­orchester und gemischten Chor, entstanden im Auftrag der Kultureinrichtung Stichting »De inrichting« in Wijk/Niederlande und basierend auf Texten von André van Zwieten.

In der Komposition kommen Gefühle zum Ausdruck, die mit Kriegseinsätzen und Friedensmissionen zu tun haben. Die Leiden und Grausamkeiten sowohl der beiden Weltkriege als auch der kriegerischen Auseinandersetzungen im bosnischen Srebrenica und in Kambodscha werden in vier Sätzen, hier »Stationen« genannt, vertont. Besonders betroffen ist man in der niederländischen Heimat des Komponisten immer noch von der Rolle der UN-Friedens­truppen in Bosnien. Die Hinrichtung mehrerer tausend bosnischer Männer im Juli 1995 in der Enklave Srebrenica gilt als das grausamste Massaker in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Von der nieder­län­dischen Regierung in Auftrag gegebene Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass das damals in der Enklave stationierte Blauhelm-Kontingent »Dutchbat« durch ein unklares Mandat und eine deutliche mili­tärische Unterlegenheit gegenüber den anrückenden bosnisch-serbischen Truppen der Bevölkerung kaum Schutz bieten ­konnte. »Das Werk wird hierzulande häufig aufgeführt«, erzählt der Komponist. »Die Reaktionen des Publikums waren stets sehr betroffen und emotional. Ohne Taschentuch konnte man nicht in die Vor­stellung gehen.«

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