red’ kein blech, spiels lieber - trompeter sven regener und das kriminelle element

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Franz X.A. Zipperer
  • Ausgabe: 3/2006
  • Seite 24-25

Fangen wir doch ausnahmsweise mal mit einem kleinen Ratespiel an. Wem werden diese Fähigkeiten an der Trompete zugeschrieben? »Wie er auf der Trompete spielt, das ist der schiere Wahnsinn.« Er spiele eine »brillante Trompete«, »eine so tolle Trompete« und noch dazu eine »schluchzend-klagende«. Seine Trompete »ist soulig«, er sei »ein Maestro der Trompete«. Sein Instrument bringe »zusätzlich Farbe ins Spiel« und »schwebt verloren durch den Raum« – »einmal ungestüm, psychedelisch angehaucht und dann wieder luftig, zart und leise«. Niemand blase so schön Trübsal wie der »traurige Trompeter«, »sein Trompetencharme ist spröde«. Er lasse die Trompete lustwandeln, entlocke ihr dabei auch »düstere und mollige Töne«. Sein Spiel ist »melancholisch«, er blase jedoch auch »mit leicht schepperndem Sound« und »sarkastischem Unterton«. Ja, er blase sogar »höhnisch in die Trompete«. Und last, not least: »Seine Trompete quietscht so fein.«

Na, erraten? Wer könnte denn das wohl sein? Gut. Die Million wurde nicht gewonnen. Für die nächste Gewinnklasse gibts eine kleine Hilfe. Er schreibt auch. »Herr Lehmann« oder auch »Neue Vahr Süd«. Dämmerts? Nein, es ist kein klassischer Musiker. Volksmusik? Negativ. Ganz trifft es ihn natürlich nicht, wenn man ihn als Bremer Stadtmusikant bezeichnet. Aber er ist in seiner Geburtsstadt sicherlich auch mit ihnen aufgewachsen. Es geht eindeutig um Sven Regener, der Mastermind hinter dem Projekt »Element of Crime«. Mit dem neuen Album »Mittelpunkt der Welt« (siehe clarino.print 12/2005) geht die Combo von 5. bis 27. März auf ausgedehnte Tournee (siehe »On Tour«, Seite 75). Ein Grund mehr, den Trompeter der Band und seinen Klang genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

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