Psychologie in der Musik: »Musik ist das Gold unserer Seele«

Unser Thema heute setzt sich mit einem Sachgebiet auseinander, das ungeheuer vielschichtig und umfangreich selbst auf dem Gebiet der Musik ist und ebenso viel Raum für Interpretationen und Deutungen bietet, die leicht in ein dilettierendes pseudowissenschaftliches Vermuten der Musiker entgleiten.

Die Wissenschaft vom Seelenleben

Deshalb möchte ich dazu am Anfang ein kleines Bonmot aus meinem Leben beisteuern: Ich arbeitete, noch in der DDR lebend, in einer Arbeitsgruppe der Arbeitshygienischen Beratungsstelle für Theater und Orchester der DDR mit, deren Thema die Erstellung eines Professiogramms, also eines Berufsbildes war, das verbindliche Kriterien für die Tätigkeit eines Musikers erarbeiten sollte, die auch arbeitsrechtlich verwertbar wären.

Großen Raum in diesem Thema nahmen die psychologischen Aspekte unseres Berufes ein. Ein renommierter Instrumentalprofessor, der seinen Unterricht wohl mehr aus dem Bauch heraus gab, fasste seine Lehrerkenntnisse mit dem Satz zusammen: »Ja, ja, die Psychologie!«

Die Psychologie ist die Wissenschaft vom Seelenleben. Wenn wir über dieses sprechen, müssen wir immer auch über die Harmonie von Geist, Körper und Seele nachdenken. Nur diese Harmonie ist ein Garant für seelische Gesundheit auch beim Musizieren.

Im Folgenden werde ich nicht die Erkenntnisse renommierter Psychologen zusammentragen, sondern die aus diesen Erkenntnissen gewonnenen persönlichen Erfahrungen schildern und begründen. Ich bleibe also »bei meinen Leisten« und schildere trotzdem Verallgemeinerbares.

Musikpsychologie

Die Musikpsychologie ist eine Sparte der systematischen Musikwissenschaft. Sie erforscht allgemeine Gesetzmäßigkeiten des Musizierens und des Musikhörens mit den Methoden der Psychologie. Zu ihren Themen zählen:

  1. die Wahrnehmung von Musik
  2. musikalische Sozialisation
  3. Musikverstehen und
  4. die Schaffung von Musik (Komponieren, Interpretieren, Improvisieren).

Allgemeine psychologische Aspekte beinhalten den Erwartungsdruck (Lampenfieber), das mentale Training und Konzentrationsübungen beim Instrumentalspiel. In Deutschland befasst sich die 1983 gegründete »Deutsche Gesellschaft für Musikpsychologie« mit dem Thema. Sie gibt die Rahmenbedingungen vor und benennt die Forschungsfelder, die gezielt aus der musikalischen Praxis entwickelt werden. Das Thema sollten wir deshalb wenigstens in zwei Bereiche trennen:

  • Als erstes gilt es, die Bedingungen im Unterricht, in Bewährungssituationen und im Orchester zu betrachten.
  • Danach wäre es wichtig, über seelische Wirkungen der Musik ganz allgemein nachzudenken.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas »Im tiefsten Inneren: Musik und Psychologie«:

  • 02.09.2018
  • Schwerpunktthema
  • Stefan Fritzen
  • Ausgabe: 9/2018
  • Seite 30-34

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