»Pilatus« von Raine Ampuja

  • 17.01.2018
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 1/2018
  • Seite 65-67

Der Pilatus, quasi der Luzerner »Hausberg«, ist mit seinen gut 2100 Metern längst nicht die höchste Erhebung der Schweizer Alpen. Dafür ranken sich um dieses Bergmassiv mehrere Sagen, die auch schon einige Komponisten inspirierten. Außer dem Amerikaner Steven Reineke hat sich auch der Finne Raine Ampuja damit befasst.

»Natürlich ist meine ›Pilatus‹-Musik programmatisch geprägt«, sagt Ampuja. »Das kann ich ohne weiteres zugeben.« Er habe die oft schaurigen Sagen, die sich um dieses Bergmassiv ranken, immer wieder gelesen und fragte sich im Laufe der Zeit, wie sich diese wohl vertonen ließen. Einen erzählenden Charakter habe seine Komposition jedoch nicht, so der Finne. Viel eher handle es sich dabei um eine fragmentarisch konstruierte Collage.

Der finnische Komponist Raine Ampuja

Viele Musiker kennen die Situation aus ihrer Jugend: Man möchte sich dafür entscheiden, die Musik zum Beruf zu machen und es wird einem von allen Seiten davon abgeraten (»Brotlose Kunst!« etc.). Anders verlief es bei Raine Ampuja, dem langjährigen Leiter der Finnish Guards Band, der am 24. Januar seinen 60. Geburtstag feiert.

»Raine, wenn du dich nicht so für Mathematik interessierst: Wie wäre es denn mit einer Laufbahn als Musiker?«, fragte Ampujas Mutter. Die Klavierlehrerin zeigte ihrem Sohn, der zu diesem Zeitpunkt bereits einigen Unterricht bei ihr genommen hatte, eine Zeitungsseite mit Stellenanzeigen des Finnischen Militärmusikdienstes.

»Ich war damals auf einem Hippie-Trip und sah sehr zerzaust aus«, erzählt Ampuja. »Aber nach einem Besuch beim Friseur habe ich mich darauf eingelassen. Meiner cleveren Mutter bin ich noch heute zu Dank verpflichtet.«

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