Philip Sparke - Ein Glücksfall der Szene wird 60

  • 19.12.2011
  • Porträt
  • Katja Brunk
  • Ausgabe: 1/2012
  • Seite 42-44

Den Begriff »Inspiration« mag er immer noch nicht, er komponiert acht bis zehn Stunden am Tag und würde seinen 60. Geburtstag am liebsten gar nicht feiern. »59 war doch ein viel schöneres Alter, aber niemand hat vorgeschlagen, dieses Event zu feiern!« Philip Sparke, einer der wenigen Vollzeitkomponisten in der Blasmusikszene, ist am 29. Dezember 60 Jahre alt geworden.

Seit er im Jahr 2000 seinen eigenen Musikverlag Anglo Music Press gegründet hat, ist er Vollzeitkomponist. »Ich arbeite jeden Tag und kann es mir nicht leisten, auf Ideen zu warten. Ich muss sie einfach dazu bringen, da zu sein. Natürlich sind manche Tage produktiver als andere, aber ich verbringe acht bis zehn Stunden am Tag mit komponieren, korrigieren, bearbeiten – und natürlich E-Mails beantworten.«

So schön die Vorstellung des verklärten Komponisten, dem Melodien in den Sinn kommen, während er gedankenverloren durch die Natur streift, auch sein mag –- auf Philip Sparke trifft sie ganz und gar nicht zu. Er sieht das Ganze eher pragmatisch: »Das Wort Inspiration mag ich gar nicht, denn es beinhaltet etwas Mystisches oder Magisches. Und das wiederum bedeutet, dass Komponisten inspiriert sein müssten – und etwa Krankenschwestern nicht. Dabei haben Krankenschwestern einen viel wichtigeren Job als Komponisten!« Er sei schon immer in der Lage gewesen, Melodien zu schaffen und Komponieren sei nur eine Erweiterung dessen. »Es ist ein bisschen wie eine E-Mail zu schreiben: Manchmal kommen die Worte leichter und manchmal eben nicht.« Er selbst empfindet Musik als Spiegelbild der Emotionen und versucht, mit seinen Kompositionen bestimmte Stimmungen und Gefühle zu vermitteln. »Ich denke nicht, dass ich dafür inspiriert werden muss. Ich tue es ganz einfach.«

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