peter materna - das geträumte saxofon und dessen lebenslange erforschung

Er windet sich. Damit wollte er ja eigentlich nicht unbedingt einsteigen. Denn dass ein eingefleischter Jazzer wie Peter Materna nicht nur das Projekt »The WAMP« mit Angelo von der »Kelly Family« am Laufen hat, sondern auch noch mit den haarigen Anverwandten des Drummers auf der Bühne steht und samt seinem Saxofon (soft)rockt, wirft möglicherweise ein schräges Licht auf den anerkannten Jazzer, der von der Klassik kommt und über Peter Herbolzheimers Bundesjugendjazzorchester in die swingende und improvisierende Sparte fand. »Ich will nicht, dass dieser publikumswirksame Aspekt in den Vorder- und mein eigentliches künstlerisches Schaffen in den Hintergrund gerät«, erklärt der Musiker und Komponist aus Bonn. Auf diese Bedenken gibts nur eine Antwort: Geht gar nicht. Denn dafür ist Peter Materna viel zu aktiv in »seiner« Szene unterwegs. Was nicht zuletzt die neue CD »Session« beweist, die im Herbst bei Edel erscheinen wird und bei der sich »The WAMP« besonders experimentell gibt.

Neben Materna am Alt- und Tenorsaxofon und dem »Maniac« Angelo Kelly am Schlagzeug sind noch Bassist Wilhelm Geschwind (ehemals Gitarrendozent an der Aachener Hochschule) am speziell für ihn gebauten Cello-Bass und Maternas »alter Freund« Martin Scholz an Klavier/Orgel dabei: »Martin kenn ich schon 16 Jahre, seit es eben das Quartett gibt.« Mit »The WAMP« verfolgt Peter Materna seine musikalischen Phantasien, aus denen jedes seiner Projekte entstand, in einem ganz neuen, rockigeren Bereich: »Allerdings in einer Stilistik, die es noch nicht gibt. Die gibt es ja nur, wenn überhaupt, ansatzweise in der Phantasie.« Darum will er Angelo Kelly auch lieber davon abhalten, sich komplett seiner Begeisterung für den Jazz hinzugeben: »Ich finde es so spannend, wenn jemand in diesem Alter, also mit 23, schon so einen riesigen Fundus hat im Rockbereich, von dem ich dann wiederum so ein bisschen profitieren möchte.«

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Franz Zipperer und U
  • Ausgabe: 10/2005
  • Seite 20-21

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