Peter Lehel / Wolfgang Meyer - Lateinamerika in Karlsruhe

  • 21.09.2011
  • Porträt
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 11/2010
  • Seite 36-37

Denkt man bei Choro und Bossa Nova an Brasilien, weiße Sandstrände, bronzefarbene, durchtrainierte Körper, exotische, emotionale und erotische Tänze? Wahrscheinlich schon. Aufgenommen wurde die CD »Choro e Bossa Nova« allerdings in den Ludwigsburger Bauer Studios – vom Saxofonisten Peter Lehel und dem Klarinettisten Wolfgang Meyer, beide Karlsruhe. Es drängt sich die Frage auf: »Wieviel lateinamerikanisches Flair hat Baden-Württemberg?« Peter Lehel lacht.»Só alegria« lautet das Motto der Brasilianer, übersetzt »nur Freude«. Und das schlägt sich am ehesten in der Musik nieder. Im allgegenwärtigen Samba, aber eben auch im Bossa Nova und im Choro. Ursprünglich ist der Bossa Nova der Name einer Bewegung, die in den späten 1950er-Jahren in Brasilien entstand und dort ihren Höhepunkt bis Ende der 1960er-Jahre hatte. In einem sehr modernen gesellschaftlichen Klima wurde in der gebildeten Mittelschicht mit neuen Formen und Ausdrucksweisen in Musik und Film experimentiert. Der ältere Choro entstand dagegen bereits um 1870 in Rio de Janiero als Fusion von populärer europäischer Musik (Polka und Walzer) sowie der rhythmischen Musik der afrikanischen Sklaven. Und auch wenn in den Adern der Protagonisten der aktuellen CD (Finetone) kein südamerikanisches Blut fließen mag, kann sich Peter Lehel mit dem Motto der Brasilianer identifizieren. Denn Freude ausleben, verbreiten – das möchte er mit jedem Ton.

 

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