Orgelmusik für Blasorchester - »Toccata und Fuge d-Moll« von J. S. Bach, Arr. H. F. Husadel

 

Schon die ersten drei Töne dieses Werks verraten, um welche Komposition es sich handelt. Johann Sebastian Bachs »Toccata und Fuge in d-Moll« (BWV 565) ist das wohl bekannteste europäische Orgelwerk. In zahlreichen Bearbeitungen wurde es für fast nahezu jede Besetzung arrangiert. Das Arrangement von Hans Felix Husadel für »Große Harmonie-Musik« wurde 1943 veröffentlicht und ist eine Herausforderung für jedes Blasorchester.

Die etwa zehnminütige Komposition besteht aus zwei Sätzen: einer Toccata, also einer Art Vorspiel, und einer vierstimmigen Fuge. Kennzeichnend für die Toccata sind schnelle Läufe im Wechsel mit großen Akkorden, die durch Fermaten noch verstärkt werden. Der Beginn der Toccata wirkt wie drei laute Rufe, die in Oktaven erklingen: ein Pralltriller – hier als zwei Zweiunddreißigstel und eine Sechzehntelnote ausnotiert – und ein folgender absteigender Zweiunddreißigstel-Lauf, der nach seiner tiefsten Note nochmals einen Ton nach oben steigt. Nach deren Verklingen folgt ein verminderter Septakkord, der zusammen mit der Ruf-Figur das wesentliche melodische Material der Komposition bildet. Den Septakkord nutzt Bach immer wieder, um schnelle Passagen zu gliedern und kurze Ruhepunkte zu bilden.

 

 

Der Arrangeur Hans Felix Husadel wurde 1897 in Prenzlau in der Uckermark geboren. 1923 trat er in die Reichswehr ein und wurde abkommandiert, seine Musikmeisterausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik zu absolvieren. Nach seinem Examen 1928 wurde er beauftragt, die Leitung des Musikkorps im Ausbildungsbataillon in Donaueschingen zu übernehmen. Er begann, sich mit dem Amateurmusikwesen zu beschäftigen und bildete sinfonische Blasorchester, unter anderem in Berlin. 1935 bekam er den Auftrag, eine Luftwaffenmusik neu zu organisieren. Er führte Saxofone ins Blasorchester ein, erweiterte das Register der Holz- und Blechbläser und vergab Kompositionsaufträge an Komponisten seiner Zeit. Im Laufe seines Lebens schuf Husadel mehr als 300 Kompositionen und Arrangements. 1964 starb er während eines Wertungsspiels in Aulendorf am Dirigentenpult.

  • 21.09.2011
  • spielBAR
  • Katja Brunk
  • Ausgabe: 7-8/2010
  • Seite 64-65

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