Oktave und Naturseptime - Zur Physik des Überblasens

  • 21.09.2011
  • Praxis
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 9/2011
  • Seite 14-15

Hier erfahren Sie, was das Überblasen mit der Obertonreihe zu tun hat, warum die ­Klarinette quintiert, warum Barocktrom­pe­ter so hoch spielen mussten, auf welche ­Weise Pythagoras die mathematischen Grundlagen unserer Harmonik entdeckte, was es mit dem Alphorn-Fa auf sich hat... und manches mehr.Bei jedem Ton, den wir auf einem Blas­instrument spielen, erklingen neben dem Ton selbst auch eine Reihe von Obertönen. Man kann sich das etwa so vorstellen: Die schwingende Luftsäule bildet eine stehende Welle in ganzer Länge – das ist die Schwingung unseres Tons. Gleichzeitig entstehen aber auch zwei Wellen von halber Länge, drei Wellen von Drittellänge, vier Wellen von Viertellänge usw. Hat der eigentlich geblasene Ton zum Beispiel die Frequenz 220 Hertz (das kleine a), so können ganzzahlige Vielfache dieser Grundfrequenz als Obertonfrequenzen mitschwingen:220 Hertz = a (Grundfrequenz, 1. Naturton), 2 x 220 Hertz = 440 Hertz = a1 (2. Naturton), 3 x 220 Hertz = 660 Hertz = e2 (3. Naturton), 4 x 220 Hertz = 880 Hertz = a2 (4. Naturton), 5 x 220 Hertz = 1100 Hertz = cis3 (5. Naturton), 6 x 220 Hertz = 1320 Hertz = e3 (6. Naturton) usw. Manche dieser Obertöne klingen stärker an, manche schwächer, je nach Tonhöhe, Klangerzeugung, Anblasdruck, Instrumentenform oder Mundstück. Die jeweilige »Mischung« seiner Obertöne macht am Ende die Klangfarbe unseres Grundtons aus.

« zurück