Ohne Vorurteile - Einflüsse in der Jazzmusik

Eine deutliche Erweiterung des Ausdrucksspektrums der Trompete geschah durch die Jazzmusik. Hier gab es, anders als in der Kunstmusik, keine wertenden Vorurteile hinsichtlich ihres lyrisch-emotionalen Ausdrucksvermögens. Durchschlagende Wirkung hatten besonders einzelne herausragende Solistenpersönlichkeiten, die die Ausdrucksskala der Trompete um ihre unverwechselbare Note bereicherten.Musiker wie etwa Louis Armstrong, Chet Baker, Clifford Brown, Miles Davis, Dizzy Gillespie und Harry James gaben dem Instrument und dessen Ausdrucksgehalt ihre ganz eigene, persönliche Prägung. Dadurch erweiterten sie dessen Klangspektrum bedeutend. Armstrong rückte durch seine charismatische Persönlichkeit die Trompete in den Vordergrund der Beachtung. Mit seinem internationalen Durchbruch Ende der 1920er-Jahre begann für die Trompete insofern ein neuer Abschnitt, als er sie aus dem Hintergrund des Orchestertuttis nach vorne ins Rampenlicht holte. Armstrong machte die Trompete zwar vor einem unterhaltenden Hintergrund bekannt, trotzdem beeinflusste dies auch ihre Rolle in der Kunstmusik. Durch ihre Leadfunktion stand die Trompete eindeutig als Soloinstrument da. Armstrong, der als »Trompetenvirtuose« bezeichnet wurde, zog durch sein virtuoses, expressives Spiel ein breites Publikum in Bann.

 

  • 21.09.2011
  • Instrument
  • Verena Jakobsen Bart
  • Ausgabe: 11/2010
  • Seite 18

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