Ohne Umschweife - Die Saxofonistin Alexandra Lehmler

Der beste Lehrer ist immer noch das Leben selbst, heißt es so schön. Ob Alexandra Lehmler aus dem Grund Saxofonistin ist, weil »Mein Opa das Klavier meines Cousins schon Jahre vorher mit einer Axt zerhackt hatte«? Jedenfalls ist die 32-Jährige über Umwege schließlich angekommen.

Seit Alexandra Lehmler Mutter ist, sieht sie die Welt schon auch mit anderen Augen. »Wir können von Kindern diese kindliche, ­lockere, unschuldige Herangehensweise an bestimmte Dinge ­lernen.« Drei und bald fünf sind die beiden Söhne der 32-jährigen Musikerin und Bandleaderin. »Seitdem weiß ich noch viel mehr wertzuschätzen, was ich tue. Ich bin noch viel glücklicher.« Irgendwie sei es nicht schwierig, »weil es doch ganz normal ist, Kinder zu haben«, sagt die Saxofonistin. »Es geht meistens irgendwie. Manchmal ist es unglaublich schwer, zu switchen zwischen dem ›Mama sein‹ und dem ›Ich geh jetzt mal schnell ein Konzert spielen, ich bin Künstler‹. Durch meine Kinder habe ich gelernt, Prioritäten zu setzen. Wenn mir der ganze ›Zirkus‹ zu viel wird, gehe ich nach Hause und wechsle Windeln. Ganz wichtig ist dabei: Das alles geht nur, weil ich einen Mann an meiner Seite habe, der mich wo er kann unterstützt! Und weil ich Eltern habe, zu denen ich unsere Kinder jederzeit bringen kann, wenn wir auf Tour sind.« Ihr Mann und Vater der beiden Söhne ist übrigens der Bassist – und ebenfalls Komponist – der Band, Matthias Debus. 

 

  • 14.02.2012
  • Porträt
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 3/2012
  • Seite 54-55

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